Argentinien |

Indigene Aktivistin Sala zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt

Demonstranten fordern die Freilassung der indigenen Aktivistin Milagro Sala. Foto: Por la liberación de Milagro Sala, Facción LatinaCC BY-NC 4.0

In Argentinien ist die indigene Aktivistin Milagro Sala zu einer Gefängnisstrafe von 13 Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Wie die Tageszeitung „Clarín“ berichtet, befand ein Strafgericht in der nördlichen Provinz Jujuy die Vorsitzende der Organisation für soziale Rechte "Túpac Amaru" der Bildung einer kriminellen Vereinigung, Erpressung und des Betrugs für schuldig, so das Blatt in der vergangenen Woche.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Beschuldigte der Kopf einer Bande gewesen sei, die 60 Millionen Pesos aus staatlichen Fonds veruntreut habe, die für den Bau von Sozialwohnungen bestimmt waren.  Sala saß bis zur Urteilsverkündung im Januar 2019 des als „Causa Pibes Villeros“ bekannten Korruptionsskandals drei Jahre in Untersuchungshaft, der Hausarrest war unter anderem bei den Vereinten Nationen auf Protest gestoßen. Ziel der kriminellen Organisation sei der „systematische Betrug an der öffentlichen Provinzverwaltung“ gewesen, zitiert „Clarín“ die Staatsanwaltschaft.

Die Verteidigung von Sala, eine politische Verbündete von Ex-Präsidentin Christina Kirchner, protestierte gegen das Urteil. Vor Gericht seien nur zehn von 60 vorgeladenen Zeugen der Verteidigung zugelassen worden, kritisierte die Anwältin Elizabeth Gómez Alcorta das Verfahren: "Von 117 Zeugen im Prozess waren 91 von der Staatsanwaltschaft." Auch habe die Staatsanwaltschaft zu keinem Zeitpunkt darlegen können, ab wann die kriminelle Vereinigung bestanden habe, so die Juristin. Auch sei die Presse während der gesamten Verhandlung ausgeperrt gewesen, „allen Personen mit Stift und Papier“ sei der Zutritt verwehrt worden. (bb)

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