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Index prangert Kuba und Kolumbien an

Kurz vor Weihnachten wird in Lateinamerikas Medien über das Thema Christenverfolgung berichtet. »Die Christen sind die am meisten Verfolgten«, schreibt etwa die argentinische Tageszeitung Rio Negro. Laut einer jüngsten Studie der Organisation »Kirche in Not«, die vom Vatikan Ende 2011 der Rang einer Stiftung des Pontifikats verliehen wurde, würden 75 Prozent aller Angriffe auf die Religionsfreiheit gegen Christen verübt, so das Blatt.

Verfolgung und Diskriminierung von Christen ist in Lateinamerika generell kein dringendes soziales Problem. Dies zeigt der »Weltverfolgungsindex« (WVI) des konservativ-evangelikalen Hilfswerks für verfolgte Christen. Der WVI stellt regelmäßig 50 Länder an den Pranger, in denen »Christen wegen ihres Glaubens am stärksten verfolgt und diskriminiert werden«. Nordkorea belegt dem Ranking zufolge zum zehnten Mal in Folge Platz 1. Die anderen neun vorderen Plätze im WVI 2012 belegen Afghanistan, Saudi-Arabien, Somalia, Iran, Malediven, Usbekistan, Jemen, Irak und Pakistan.

Erstmals seit Erscheinen des WVI im Jahr 1993 nannte der Bericht 2012 neben dem kommunistischen Kuba auch Kolumbien. »Formal betrachtet« sei das südamerikanische Kolumbien ein »modernes demokratisches Land, in dem Rechtsstaatlichkeit und Religionsfreiheit garantiert« seien. Kriminelle Organisationen würden jedoch zunehmend gezielt gegen Christen vorgehen. Das organisierte Verbrechen und rechte Paramilitärs sehe »Christen, die öffentlich Widerstand gegen kriminelle Machenschaften zeigen, als Bedrohung an, insbesondere dann, wenn sie sich in sozialen Projekten oder in der Politik engagieren«, geht aus dem Papier hervor.

Auf der anderen Seite würden Christen von der linken Guerilla angegriffen, weil sich der »christliche Glaube nicht mit ihren revolutionären Idealen vereinbaren lässt«. Weil die Gewalt in Kolumbien »strukturbedingt« sei und Drogenkartelle und illegale bewaffnete Truppen ungehindert agieren, blieben Christen wegen ihres »Engagements bei sozialen und politischen Tätigkeiten weiterhin im Visier der Kartelle«. (bb)