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Immer weniger Deutsche spenden

Berlin. Immer weniger Privatleute in Deutschland spenden. Wie der Deutsche Spendenrat am Donnerstag in Berlin mitteilte, sank ihr Anteil in Deutschland 2009 erstmals seit der ersten Erhebung 2004 auf unter 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mit knapp 2,1 Milliarden Euro an Privatspenden lag das Spendenaufkommen 2009 demnach um drei Prozent oder 65 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr. Rund die Hälfte der Zuwendungen stammten von Menschen über 60 Jahren.

Zwar stieg die Zahl der Einzelspenden, allerdings sank die Höhe der einzelnen Summe. Zugleich bedachten laut Studie immer mehr Spender unterschiedliche Organisationen. Der Spendenrückgang betraf vor allem das erste Halbjahr 2009. Aufgrund der Naturkatastrophen in Asien stiegen die Spenden ab August auf Vorjahresniveau. Aufgrund des Erdbebens in Haiti betrug das Aufkommen in den ersten beiden Monaten dieses Jahres dann 155 Millionen Euro und lag damit um rund 50 Prozent höher als in den Vergleichsmonaten 2009.

Nach Einschätzung von Roland Adler vom Marktforschungsunternehmen GfK-Panel-Service müssen Organisationen aber schon aus demografischen Gründen langfristig von einer "dramatischen" Abnahme an Zuwendungen ausgehen. Die GfK analysiert für den Spendenrat regelmäßig den Spendenmarkt. Sie berücksichtigt dabei allein Privatspenden, also keine Erbschaften oder Unternehmensspenden.

Wenig Änderung zeigte sich bei den Spendzwecken. Mit einem Anteil von 77,4 Prozent gingen die meisten Gelder an die humanitäre Hilfe. Der Anteil von nicht klar zuzuordnenden Spendenzwecken sowie Spenden für den Tierschutz legte leicht zu. Zuwendungen für Umweltschutz blieben mit 3,7 Prozent gleich. Die Kultur und Denkmalpflege verzeichnete einen leichten Rückgang.

Die Kirchen und religiöse Organisationen konnten mit 32,7 Prozent unverändert am meisten Spenden einwerben. Der Anteil der Gelder für die Bereiche Krankheit und Behinderung sowie Not- und Katastrophenhilfe blieb fast gleich, während die Zuwendungen für langfristige Entwicklungsprojekte weiter abnahmen.

Quelle: kna