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Illegaler Holzeinschlag in Parü

In einer öffentlichen Anhörung diskutierten am 25. Januar Regierungsvertreter, Gewerkschaftsdelegierte, Anwohner und Vertreter der Sozialen Bewegungen über Konflikte des illegalen Holzeinschlags in der Siedlung Esperança. Die im nördlichen Bundesstaat Pará gelegene Ansiedlung ist eines des Sozialen Entwicklungsprojekts (PDS).

Illegaler Holzeinschlag aufgeflogen

Während der Diskussionen sei deutlich geworden, dass es in der zum Bezirk Anapú gehörenden Ansiedlung illegale Landnahme sowie illegalen Holzeinschlag gegeben hat, erklärte die Ordensschwester Katia Webster von der Congrégation Notre Dame gegenüber der Agentur Adital.

Seit der zweiten Januarwoche hatte eine Gruppe von Siedlern aus PDS Esperança die Zufahrt zum Ort für LKW blockiert, um gegen die illegale Ausbeutung des Holzes zu protestieren. Vergangene Woche waren Bundespolizei und Armee vor Ort eingetroffen, die einen bewaffneten Konflikt zwischen Siedlern und Holzfirmen zu verhindern sollten. Auch Vertreter der Nationalen Besiedlungs- und Landreformbehörde INCRA waren angereist, um die Forderungen der Anwohner zu prüfen.

Zugang soll kontrolliert werden

Nach Aussagen von Webster habe die INCRA Unterstützung für die Anliegen der Anwohner von Esperança zugesichert. Die Bewohner fordern de Errichtung von Pförtnerhäuschen an den Zufahrten von PDS, die von der Regierung unterhalten werden sollen. Damit wolle man verhindern, dass LKW der Holzwirtschaft unkontrolliert in das Gebiet hinein- oder herausfahren können. Außerdem wollen die Anwohner die Überprüfung einer im Bau befindlichen Straße durch Inspektoren erreichen und eine Revision der Landtitel im Gebiet des Entwicklungsprojekts Esperança. Die Anwohner wollten Klarheit darüber, wer auf dem Land bleiben darf und wer nicht, so Webster.

Siedlungsbehörde INCRA sagt Unterstützung zu

Die Ordensschwester erklärte, zeigt sich zufrieden mit der Anhörung. Die Unterstützung der INCRA bewertete sie positiv. Binnen 60 Tagen sollten nun Pförtnerhäuschen errichtet werden. Trotzdem müsse weitergekämpft werden, bis die Situation vor Ort komplett unter Kontrolle sei, erklärte sie. Die Bewohner seien bereit, die Blockade der Zufahrten solange aufrecht zu erhalten, denn "in 60 Tagen kann man eine Menge Holz aus dem Wald holen", erklärte Webster.

An der Anhörung hatten mehr als 1.000 Personen teilgenommen, darunter Vertreter der Behörde INCRA, der Umweltschutzbehörde IBAMA, des Innen- und Umweltministeriums, der Justizbehörden von Pará und der Staatsanwaltschaft für Menschenrechtsverletzungen sowie Anwohner, Gewerkschaftsvertreter und Vertreter der sozialen Bewegungen. (bh)

Quelle: Adital