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Illegaler Holzeinschlag auf Ashaninka-Territorium

Peruanische Holzfäller sind nach Angaben von Indigenen des Volkes der Ashaninka auf brasilianischer Seite in der Grenzregion zwischen Peru und Brasilien aktiv. Betroffen ist das indigene Territorium Kampa del río Amonia im Bundesstaat Acre.

Die Ashaninka hatten bereits Ende August den illegalen Holzeinschlag bei der brasilianischen Indigenenbehörde Funai, der Bundespolizei, der brasilianischen Armee und der Umweltbehörde Ibama angezeigt. Funai, Ibama und Polizei hätten daraufhin indigene Vertreter aufgesucht, um einen gemeinsamen Aktionsplan für die betroffene Gegend zu erstellen. Die Ashaninka kritisieren jedoch, dass die brasilianischen Behörden mit Hinweis auf fehlende Mittel keine Maßnahmen zur Kontrolle über die Gebiete umsetzen.

Holzeinschlag in Straßennähe

Nach ersten Anzeigen, dass in dieser Region illegale Holzfäller am Werk seien, hatte sich eine Gruppe der Ashaninka vor Ort begeben. Sie seien auf brasilianischer Seite, keine 200 Meter von der Grenze entfernt, auf Holzfäller, die sich in der Nähe einer Straße niedergelassen hatten. “Das ist eine beliebte Strategie. Die Holzfäller lagern nahe der Grenze, um das Holz möglichst einfach nach Brasilien bringen zu können“, so Isaac Piyãko von der Gemeinde Apiwtxa.

An den Gemarkungspunkten 43 und 44 inmitten des indigenen Territoriums habe die Inspektionsgruppe sowohl Baumstümpfe, als auch für den Holzeinschlag markierte Bäume gefunden. Dort wachsen viele Zedern, eine Eichenart, Johanisbrotbäume und Caoba-Bäume, berichteten die Mitglieder der Inspektion auf einer Versammlung, bei der auch Polizei und lokale Vertreter der Ibama anwesend waren.

Leere Verprechen der Funai

Piyãko unterstrich, ein weiteres Problem sei die fehlende Landtitulierung der Ashaninka auf peruanischer Seite. Daher seien illegale Holzfäller dort sehr aktiv. Die letzte Aktivität der Funai in der Region gab es 2008. Damals versprach die brasilianische Indigenenbehörde, einen Kontrollposten an der Grenze, der bis heute nicht errichtet worden sei, kritisiert Piyãko. (bh)

Quelle: Servindi