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Illegale Abholzung nimmt zu

Die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes hat in den vergangen Monaten beträchtlich zugenommen. Dies zeigen die jüngsten Satellitenbilder des nationalen Instituts für Weltraumforschung (INPE). Nach Angaben des Instituts sei in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits drei Mal so viel Fläche des Waldes gerodet worden wie im selben Zeitraum 2011. Insgesamt wurden zwischen Januar und März 388 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt. Die Bundesstaaten Roraima und Mato Grosso seien laut INPE besonders betroffen. Ein Großteil der beobachteten Rodungen sei illegal vorgenommen worden.

Die brasilianische Umweltministerin Izabella Teixeira vermutet hinter der drastischen Zunahme der illegalen Abholzung einen Zusammenhang mit dem neuen Waldgesetz, das noch in diesem Jahr in Kraft treten soll. Dieses sieht vor, dass alle illegalen Rodungen ab 2008 nachträglich amnestiert werden. „Noch haben wir keine Erklärung für die Zunahme der Abholzung, doch wissen wir, dass es Leute gibt, die glauben, dass sie am Ende amnestiert werden“, sagte Teixeira in einer Stellungnahme.

Neben der Amnestie für bereits vorgenommen illegale Abholzung sieht das neue Waldgesetz außerdem die Minderung der unantastbaren Flächen des Regenwaldes von 65 auf 50 Prozent vor. Umweltschützer befürchten eine Zerstörung von mehr als 70 Hektar Wald durch das neue Gesetz. Experten erwarten eine Annahme des Entwurfes - der bereits mehrere Male geändert wurde - im Abgeordnetenhaus und ein anschließendes vorübergehendes Veto der Präsidentin Dilma Rousseff gegen einzelne Passagen. So würde eine endgültige Entscheidung auf nach der im Juni anstehenden Umweltkonferenz Rio+20 verschoben werden. (aj)