Argentinien |

Hungerstreik wegen Gefährdung durch Glyphosat

Aus Protest gegen Untätigkeit und Desinteresse der staatlichen Ombudsstelle bezüglich der Forderung nach einer Neuklassifizierung von Pflanzenschutzmitteln hat Claudio Lowy am 9. November mit einem Hungerstreik gegenüber des Sitzes der Ombudsstelle begonnen. Die Ombudsstelle ist eine staatliche Behörde und Anlaufstelle, die dafür sorgen soll, dass die Rechte der Bürger eingehalten werden.

Anlass für diese Forderung sind Klagen Tausender Argentinier, dass sie durch das Spritzen des Pflanzenschutzmittels Glyphosat gesundheitliche Schäden erleiden. Zudem wurde am 15. Juli 2010 eine Erklärung des Experten Alberto Casano bekannt, in der es heißt, die von der zuständigen der US-Behörde empfohlene Einstufung des Pestizids Glyphosat „gründet sich vor allem auf die Arbeiten von Williams und seinen Mitarbeitern. Dessen Studien wurden in Zusammenarbeit mit Monsanto erstellt und von Monsanto finanziert“.

Ombudsman ignoriert Bürgerbegehren

Die geforderte Neuklassifizierung der Pestizide hätte zur Folge, dass beim Sprühen schärfere Sicherheitsbestimmungen zum Schutz von Bewohnern eingehalten werden müssen. In der Nähe von Dörfern oder einzelnen Höfen könnte dann nicht mehr gespritzt werden.

Lowy will seinen Streik solange fortsetzen, bis die Ombudsstelle eine positive Antwort auf die bisher ignorierte Forderung gibt. Bereits im Mai dieses Jahres wurde ein von 2.700 Personen unterzeichnetes Gesuch bei der Ombudsstelle eingereicht. Laut Absprache mit der Ombudsstelle hätte diese noch im selben Monat intervenieren sollen, stattdessen ist bis zum jetzigen Zeitpunkt ist nichts unternommen worden.

Zudem fordern die Unterzeichner des Gesuchs, dass die Zertifizierung nicht auf Studien beruhen dürfe, die in Zusammenarbeit mit Entwicklern, Produzenten oder Händlern von Pestiziden entstanden sind.

Giftigkeit von Pestiziden unterschätzt

Die Einstufung der Gefährdung durch Pestizide müsse alle möglichen Gesundheitsschäden einschließen und dürfe sich nicht nur auf die Höhe der tödlichen Dosis beziehen, wie es aktuell der Fall ist, heißt es in dem Gesuch. „Auch Gifte, bei denen die tödliche Dosis höher ist, verursachen chronische Schäden und müssen als ,sehr gefährlich, stark giftig’ eingestuft und mit einem roten Warnbalken gekennzeichnet werden“ fordern die Kritiker der bisherigen Klassifizierung. Bisher werde die Giftigkeit von Pestiziden zu niedrig angesetzt.

Da in Argentinien in Kürze neues genverändertes Soja auf den Feldern ausgebracht wird, werden abermals rund 12 Millionen Argentinier vom Versprühen von Pestiziden betroffen sein, so die Initiatoren der Petition. (bh)

Quelle: Adital