Chile |

Hungerstreik: Mapuche im Krankenhaus

Der Gesundheitszustand von zwei der 32 indigenen Mapuche-Aktivisten, die seit dem 12. Juli in einen unbefristeten Hungerstreik getreten sind, hat sich deutlich verschlechtert. Laut Angaben des Regionalkrankenhauses »Hernán Henriquez« von Temuco wurde Elvis Millán Colicheu am Freitag wegen Herzrhythmusstörungen, schweren Brustkorbschmerzen und Blutdruckproblemen in medizinische Behandlung übergeben.

Nach der ärztlichen Untersuchung, bei der sich der 28-Jährige der Entnahme einer Blutprobe verweigerte, wurde der Häftling zurück ins Gefängnis von Temuco transportiert. Wegen des Verdachts auf Mittäterschaft am Brandanschlag auf zwei Bauernhöfe im Jahr 2007 befindet sich Millán seit dem 4. Dezember 2009 in Untersuchungshaft. Im Gefängnis von Angol, 600 Kilometer südlich von Chiles Hauptstadt, erlitt Huaiquilaf Cadin einen Zusammenbruch sämtlicher Körperfunktionen. Er wurde auf die medizinische Station der Haftanstalt verlegt.

Den Gesundheitszustand der Mapuche bezeichnete der Arzt Nelson Reyes vom Freiwilligenteam, das den Hungerstreik der auf Grundlage des umstrittenen Anti-Terrorismus-Gesetzes inhaftierten Gefangenen neutral beobachtet, als »heikel«. Amnesty International forderte die chilenische Regierung am Wochenende zu einer Stellungnahme auf. Auch dürfte auf Zivilisten kein Militärrecht angewendet werden. (bb)