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Hotels rüsten sich gegen Cholera

Die Tourismusbranche in der Dominikanischen Republik versucht sich nach dem Ausbruch der Cholera im Nachbarland Haiti auf die neue Situation einzustellen. Spezialisten der Nationalen Gesundheitsbehörde haben die Herbergen in den Touristenhochburgen aufgesucht, um über Präventivmaßnahmen zu informieren. Zudem wurden den Hotels Verhaltensweisen für den Fall eines Cholera-Verdachts mit auf den Weg gegeben.

Máximo Iglesias, Präsident des nationalen Hotelverbandes erklärte, ein Ausbruch der Cholera in den Tourismushochburgen hätte die gesamte Branche des Landes verheerende Folgen. Mit insgesamt 67.300 Hotelzimmern steuert der Tourismus nach Angaben der Zentralbank 12 Prozent des Brutto-Inlandproduktes bei.

Kardinal Nicolas de Jesus Lopez Rodriguez hatte erst vor wenigen Tagen die Behörden in der Dominikanischen Republik aufgerufen, im Rahmen eines Aktionsplans die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, damit der Ausbruch der Cholera im Nachbarland Haiti nicht auch die Tourismushochburg erreicht. Zugleich rief der höchste Würdenträger des Landes nach einem Bericht der Tageszeitung "La Republica" die Weltgesundheitsorganisation WHO und das panamerikanische Pendant OPS auf, in Haiti Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um den betroffenen Menschen zu helfen: "Die Krankheit muss sofort und effektiv in Haiti bekämpft werden, damit ihr nicht noch Menschen zum Opfer fallen."

Die Karibik-Insel ist beliebtes Ferienziel bei europäischen und US-amerikanischen Touristen. Beide Länder bilden die Insel Hispaniola und sind nur durch eine schwer kontrollierbare Grenze getrennt, die Dschungel und Gebirge führt. Hundertausende haitianische Gastarbeiter aber auch illegale Einwanderer strömen so ins Nachbarland, die vom verheerenden Erdbeben im Januar weitgehend verschont blieb. (TK)