Paraguay |

Horacio Cartes gewinnt Wahlen

Horacio Cartes von der konservativen Colorado-Partei konnte die paraguayischen Präsidentschaftswahlen vom Sonntag eindeutig für sich entscheiden. Er vereinte, nach Angaben des Nationalen Wahlrats, 45,9 Prozent der Stimmen auf sich und liegt damit weit vor Efraìn Alegre von der Liberalen Partei, der 36,8 Prozent der Stimmen erhielt. Alegre hat in den vergangenen Wochen in den Umfragen mehr und mehr zugelegt und Experten sagten ein weitaus knapperes Wahlergebnis voraus. Alegre erkannte seine Niederlage bereits an. Mit Horacio Cartes kehren die Colorados nach knapp fünf Jahren in der Opposition wieder an die Macht zurück. Die Partei hatte das Land, vor der Wahl des ehemaligen Bischofs Fernando Lugo im Jahr 2008, 61 Jahre lang regiert. Cartes sagte zu, dass er in den kommenden fünf Jahren für alle Paraguayer regieren wolle: „ An diejenigen, die mich nicht gewählt haben, ich möchte das Vertrauen aller Paraguayer gewinnen. Wir müssen zusammen arbeiten“.

Das Ende der politischen Krise

Mit den Wahlen vom 21. April hat Paraguay nach mehr als zehn Monaten erstmals wieder einen legitim gewählten Präsidenten. Das Binnenland stürzte in eine politische Krise, nachdem Fernando Lugo im Juni vergangenen Jahres in einem parlamentarischen Eilverfahren seines Amtes enthoben wurde. Viele lateinamerikanische Regierungschefs bewerteten das Verfahren als parlamentarischen Putsch und die Demokratie in Paraguay als beschädigt. Paraguay wurde sowohl aus dem MERCOSUR auch der UNASUR ausgeschlossen. Beide Organisationen hatten angeben, das Land erst dann wieder aufzunehmen, wenn rechtmäßige Wahlen abgehalten wurden. Nach Angaben der mehr als 300 internationalen Wahlbeobachter verliefen die Wahlen friedlich und ohne Zwischenfälle. 68,5 Prozent der 3,5 Millionen wahlberechtigten Paraguayer gaben ihre Stimme ab. Interimspräsident Frederico Franco wird sein Amt am 15. August an Horacio Cartes übergeben.

Internationale Experten befürchten, dass mit der Rückkehr der Colorados auch viele der Themen, die Fernando Lugo auf die politische Agenda und in die breite öffentlichkeit gerückt hat, wieder verschwinden. Dazu gehören vor allem die hohe Armutsrate, die ausufernde Korruption und der anhaltende Landkonflikt in dem südamerikanischen Land. (aj)