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Horacio Cartes fordert Präsidentschaft des MERCOSUR

Der neue Präsident Paraguays, Horacio Cartes, hat kurz vor dem Gipfel des Mercado Común del Sur (MERCOSUR) am 12. Juli eine erneute Mitgliedschaft seines Landes ausgeschlossen, sollte Venezuela die temporäre Präsidentschaft des Bündnisses übernehmen. Cartes forderte hingegen aus Respekt gegenüber seinem Land, die Präsidentschaft an Paraguay zu übergeben: „Wir erbitten die Präsidentschaft als eine Geste des guten Willens“.

MERCOSUR weiter ohne Paraguay?

Die anderen Mitgliedsstaaten hatten Venezuela zum Vollmitglied des MERCOSUR bestimmt, kurz nachdem Paraguay vorübergehend aus dem Bündnis ausgeschlossen wurde. Das paraguayische Parlament hatte bis dahin die Mitgliedschaft Venezuelas blockiert. Es sei für Paraguay eine Frage der Würde, nicht unter der Präsidentschaft Venezuelas in den MERCOSUR zurückzukehren, betonte Horacio Cartes. Sein Land sei bei der Entscheidung übergangen worden. Er wolle kein erneute Diskussion über Venezuela beginnen, denn diese sei alt, so Cartes, aber für ihn ginge die Würde über das Geschäft.

Das südamerikanische Land war im letzten Juni aus dem Bündnis ausgeschlossen worden, als der damalige Präsident Fernando Lugo vom Parlament seines Amtes erhoben wurde. Die Mitglieder des MERCOSUR sahen die Demokratie in Paraguay gestört und suspendierten das Mitglied vorübergehend. Bei dem nächsten MERCOSUR Gipfel am 12. Juli in Montevideo war es ursprünglich vorgesehen, Paraguay wieder als Vollmitglied zu integrieren. Die Verhandlungen darüber sind aber aufgrund der Venezuela-Frage in den letzten Wochen ins Stocken geraten. (aj)