Chile |

Homosexueller verstirbt an Folgen eines Neonaziangriffs

Der am vergangenen 3. März bei einem Neonaziangriff schwer verletzte Homosexuelle Daniel Zamudio ist vorgestern an den Folgen des brutalen Überfalls gestorben. Zamudio war auf dem Heimweg von einer Feier gewesen, als er von vier Jugendlichen zwischen 19 und 25 Jahren brutal zusammengeschlagen wurde.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sei das Motiv des Überfalls die sexuelle Orientierung Zamudios gewesen. Die Angreifer hatten Zamudio mit Faustschlägen, Tritten, Steinschlägen und brennenden Zigaretten an Kopf und Körper malträtiert und markierten den Körper ihres Opfers zudem mit Neonazisymbolen. Der 24-Jährige wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus eingeliefert und in ein künstliches Koma versetzt.

Gesetz gegen Diskriminierung noch nicht verabschiedet

Die Täter wurden verhaftet und zunächst wegen versuchten Totschlags angeklagt. Drei von ihnen waren bereits zuvor wegen fremdenfeindlicher und homophober Übergriffe und Raubüberfällen verurteilt worden, so die chilenische Tageszeitung „La Tercera“. Nach Angaben aus Justizkreisen drohen den Angreifern bis zu 40 Jahre Haft.

Der Fall hatte national und international für Aufsehen gesorgt und die Diskussion um die Notwendigkeit eines Anti-Diskriminierungsgesetzes in Chile wieder angeheizt. Ein entsprechender Gesetzentwurf ist vom Senat bereits Ende vergangenen Jahres gebilligt worden, muss aber noch das Abgeordnetenhaus passieren.

„Sein Tod wird nicht ungestraft bleiben“, erklärte Präsident Piñera via Twitter. Vizepräsident Hinzpeter versprach, das Gesetz gegen Diskriminierung so schnell wie möglich zu verabschieden. Die Präsidentin des Nationalen Instituts für Menschenrechte, Lorena Friess wies angesichts der Ereignisse darauf hin, dass der Staat in der Pflicht sei, ein Anti-Diskriminierungsgesetz zu verabschieden. (bh)