Peru |

Hohe Quecksilberwerte im Amazonas

Eine neue Studie der renommierten Carnegie Institution for Science hat erhöhte Quecksilberwerte in Perus Amazonas-Fluss Madre de Dios, Fischen und Bewohnern am südwestlichen Rand des Amazonasbeckens festgestellt. Ein Forscherteam hatte die Konzentration das für den Menschen giftige chemische Element in fünfzehn Fischarten auf dem Fischmarkt der Departamento-Hauptstadt Puerto Maldonado festgestellt, berichtet der Radiosender RPP Noticias auf seinem Nachrichtenportal.

Zwischen 2009 und 2012 habe sich die Quecksilbermenge in Tier und Mensch signifikant erhöht, zitiert RPPNoticias auf dem Report. 60 Prozent aller auf dem Markt der 50.000-Einwohnerstadt gekauften Fische aus dem Madre de Dios würden die internationalen Grenzwerte überschreiten. 90 Prozent aller untersuchten Fische seien kontaminiert. Über den Verzehr dieser Fische sei die große Mehrheit (78 Prozent) der Bevölkerung dem toxischen Schwermetall ausgesetzt.

Bei 226 Erwachsenen wurde im Haar eine dreimal so hohe Quecksilber-Konzentration über dem internationalen Grenzwert (1 Picogramm/Gramm) gemessen. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 16 und 49 Jahren wiesen die höchsten Werte auf.Schäden beim Menschen sind Nervenkrankheiten. Bei Schwangeren wird das körpereigene Gift, das als Gegenreaktion auf die Quecksilberverbindung gebildet wird, über den Mutterkuchen und die Nabelschnur auf den Fötus übertragen.

Quecksilber wird in der Region im nicht-industriellen Abbau von Gold aus dem Gestein von Flussbetten eingesetzt.Pro Jahr fließen 35 Tonnen Quecksilber in den Madre de Dios, der durch Boliviens Norden in den Río Beni mündet, der in Brasilien mit dem Río Mamoré den Rio Madeira bildet, dem ersten großen Amazonas-Nebenfluss. 2011 kündigte die Regierung des fünftgrößten Goldproduzenten der Erde die Registrierung und Formalisierung des wilden Goldabbaus an. Bisher wurden kaum Fortschritte erzielt.(bb)