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Hoffnung auf ein Mittel gegen die Dengue-Krankheit

7000 Infizierte, 23 Todesfälle – Paraguay wird derzeit von der schlimmsten Dengue-Epidemie seiner Geschichte heimgesucht, wie Gesundheitsministerin Esperanza Martínez am Dienstag vor der Presse in Asunción einräumte. Doch es gibt Hoffnung, dass die von einer Stechmücke übertragene Viruserkrankung und in vielen Ländern des Südens endemische Krankheit endlich in ihre Schranken gewiesen wird.

Ein Impfstoff ist nach Berichten der mexikanischen Zeitung „Milenio“ derzeit in der abschließenden Prüfphase. Seine in Labortests und bei Jugendlichen nachgewiesene Effizienz werde nun an 60.000 Menschen allen Alters aus 30 Ländern überprüft, darunter in Kolumbien, Mexiko, Peru und Brasilien, wie der Impfdirektor von Sanofi-Aventis, Roberto Debass, der Zeitung mitteilte. Er geht davon aus, dass die Impfung in vier Jahren auf den Markt kommen könnte.

Jedes Jahr 100 Millionen Infizierte

Mitfinanziert hat die Entwicklung die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates. Jedes Jahr infizieren sich bis zu 100 Millionen Menschen mit dem Virus, das zu hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall und in seiner schlimmsten und oft tödlich verlaufenden Form zu schweren Blutungen führen kann. In der Umgangssprache wird Dengue auch „Knochenbrecher-Fieber“ genannt.

Derzeit sind vier Dengue-Varianten bekannt, gegen die alle der Impfstoff wirken müsste. Denn bei einer Immunität gegen einen Virentyp und einer Neuerkrankung mit einer anderen Variante erhöht sich die Gefahr eines tödlichen Verlaufs signifikant.

Die Aedes-Aegypti-Mücke kommt vor allem in den Tropen und Subtropen vor, hat jedoch im Zuge des Klimawandels in den vergangenen Jahren ihren Lebensraum erweitert und wurde auch schon in Mittelmeerländern gesichtet.

Vor allem im urbanen Raum

Das mexikanische Gesundheitsministerium betrachtet Dengue als prioritäres Thema, da die Krankheit Ausgaben von bis zu einer Milliarde Pesos (rund 59 Millionen Euro) jährlich verursachen kann. Problematisch ist, dass die Mücke im Gegensatz zur Malaria-Mücke vor allem im urbanen Raum anzutreffen ist und Epidemien daher explosionsartig verlaufen.

In Mexiko wurden im Vorjahr 21.000 Dengue-Infizierte registriert, 4620 davon erkrankten an der gefährlichsten Form. 33 Infizierte starben. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Dengue-Erkrankungen mehr als verdoppelt.

Bisher ist der einzige Schutz vor Dengue lange Kleidung, möglichst wenig Aufenthalt im Freien, der Einsatz von Insektiziden und das Vermeiden von Wasserlachen, in denen die Mücken ihre Eier ablegen. Bei einer Erkrankung werden antivirale Medikamente verschrieben; Patienten, die mit der schlimmsten Variante infiziert sind, müssen allerdings ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Mücke hat sich in den vergangenen Jahren als zunehmend resistent gegenüber Insektiziden erwiesen. Das ist auch in Paraguay der Fall. Zudem seien viele Menschen durch die vorherige Dengue-Epidemie im Jahr 2007 sensibilisiert, was die Gefahr erhöhe, an der schlimmsten Form zu erkranken, so Martinez.

Autorin: Sandra Weiss, Puebla/Mexiko