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Hitzige Debatte über neues Videospiel

Ein neues Videospiel sorgt in Mexiko für eine hitzige Debatte. Nach einem Bericht der "Washington Post" versuchen Politiker die für den Sommer 2011 geplante Veröffentlichung des Spiels "Call of Juarez: The Cartel" zu verhindern. Bislang existieren von dem neuen Spiel erst ein martialisches Coverbild sowie verschiedene Screenshots, die schwer bewaffnete Kämpfer zeigen.

Kongress-Abgeordneter Ricardo Boone Salmon aus dem mexikanischen Bundesstaat Chihuahua befürchtet, dass das Spiel die Gewaltspirale weiter anheizen könnte: „Es stimmt, dass dort eine ernsthafte Kriminalität herrscht, die wir auch nicht versuchen zu verbergen“, erklärt Salmon. „Aber wir sollten Kinder nicht einem derartigen Szenario aussetzen, sodass sie mit einem solchen Bild und einem Mangel an Werten aufwachsen.“

Eine ähnliche Kritik äußerte der Kongressvorsitzende Enrique Serrano. Kinder würden sehr schnell an Kriminalität gewöhnt, wenn die Eltern nicht genügend darauf achten, was sie im Fernsehen und in Videospielen sehen. Kinder seien dadurch schnell der Ansicht, „dass so viel Blut und Tod normal ist.“
Der seit Jahren andauernde Drogenkrieg forderte in Ciudad Juarez in den vergangenen beiden Jahren bereits mehr als 6000 Tote. Die Stadt an der Grenze zu den USA gilt als eine der gefährlichsten Städte der Welt. (TK)