Honduras |

Hilfswerke fordern Gewaltverzicht in Honduras

Appell an die Konfliktparteien in Honduras.

Europäische Menschenrechtsorganisationen haben die Konfliktparteien in Honduras zum Gewaltverzicht und zu Verhandlungen aufgerufen. Sie forderten die deutsche Regierung auf, entsprechenden Druck auf die Verantwortlichen in dem mittelamerikanischen Land auszuüben.

Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat appellierte am Mittwoch an den gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya und De-Facto-Präsident Roberto Micheletti, eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden und ihre Anhänger zum Gewaltverzicht anzuhalten. "Es darf kein Blutvergießen geben. Ein Ausweg aus der Krise ist nur möglich, wenn die beiden Parteien das Gespräch suchen und gemeinsam eine Lösung anstreben", erklärte Adveniat-Geschäftsführer Bernd Klaschka in Essen.

Die internationale Menschenrechtsorganisation FIAN und das europäische Netzwerk "Copenhagen Initiative for Central America" (CIFCA) forderten Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) auf, die Repression und die Menschenrechtsverletzungen in Honduras zu verurteilen und den Druck auf die Regierung zu erhöhen. Unter Berufung auf die Interamerikanische Menschenrechtskommission warfen die Initiativen Militär und Polizei einen exzessiven Einsatz von Gewalt gegen die Demonstranten vor.

In einer Geheimaktion war Honduras gestürzter Präsident am Montag in seine Heimat zurückgekehrt. Zelaya nahm Zuflucht in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa. Micheletti verhängte daraufhin eine Ausgangssperre über das Land. Seitdem kam es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Zelaya-Anhängern und den Sicherheitskräften. Die Flughäfen und Grenzen des mittelamerikanischen Landes sind bis auf weiteres geschlossen.

Quelle: KNA