Haiti |

Hilfsorganisationen: Wiederaufbau vorantreiben

Fast ein Jahr nach dem schweren Erdbeben rufen deutsche Hilfsorganisationen dazu auf, den langfristigen Wiederaufbau Haitis voranzutreiben. "Haiti ist heute wie ein Patient auf der Intensivstation, der gleichzeitig selber gehen soll", erklärte das "Aktionsbündnis Katastrophenhilfe" am Dienstag in Berlin. In dem Bündnis arbeiten Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Diakonie Katastrophenhilfe und Unicef Deutschland zusammen.

Am 12. Januar hatte ein schweres Erdbeben Haiti erschüttert. Offizielle Stellen sprachen von rund 300.000 Todesopfern. Die katholische Kirche des Landes schätzt die Zahl der Toten auf bis zu eine halben Million. Seit Oktober grassierte in der Krisenregion die Durchfallerkrankung Cholera. Zuletzt gab es wiederholt gewalttätige Demonstrationen, die sich auch gegen internationale Helfer richteten.

Die internationale Hilfe stehe durch die Zerstörungen des Erdbebens und den Ausbruch der Cholera vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen, sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters. Staat und Zivilgesellschaft müssten mit allen Mitteln in die Lage versetzt werden, die Grundversorgung der Menschen zu sichern. Die Zahl von rund 2.200 Choleratoten zeige die Überforderung des Staates. "In Haiti kann es keine Entwicklung zum Besseren geben, wenn nicht die betroffene Bevölkerung selbst zum Motor der Veränderung wird", erklärte Caritas-Präsident Peter Neher.

Unterdessen kündigte die Welthungerhilfe an, ihre Hilfe zur Bekämpfung der Cholera um 500.000 Euro aufzustocken. Im Zentrum stehe die Unterstützung von mehr als 1.500 kubanischen Ärzten und Krankenschwestern, die landesweit rund 50 medizinische Zentren zur Behandlung von Durchfall-Patienten aufgebaut hätten. Zudem will die Organisation Trinkwasseranlagen, Betten, Spritzen und Infusionslösungen liefern.

Quelle: kna