Kolumbien |

Hidroituango-Staudamm sorgt für Öko-Krise

Nicht der Hidroituango-Staudamm, aber immerhin ein Staudamm. Und zwar der Staudamm Santo Antônio im Rio Madeira, Brasilien (Symbolfoto: Adveniat/Gleice Mere)

In Kolumbiens Amazonas-Departamento Antioquia in Nordwesten des Landes sorgt die Austrocknung des Cauca-Flusses durch den umstrittenen Wasserkraft-Staudamm „Hidroituango“ für eine humanitäre und ökologische Krise. „Die Situation ist schwerwiegend“, zitiert der Radiosender „La FM“ eine Sprecherin betroffener Gemeinden in der Region. Angrenzende Gemeinden und rund 700 Indigene könnten weder Fischfang noch Landwirtschaft betreiben, so das Medium am Wochenende.

Nachdem der sich noch im Bau befindliche Staudamm den Wasserdurchfluss Anfang letzter Woche gestoppt hatte, sei der Wasserstand binnen weniger Tage auf historisches Rekord-Niveau gesunken. „In einer Zeit der Fischwanderung erleben wir einen Fluss fast ohne Wasser, die Auswirkungen können für die Fische katastrophal sein, aber auch für die Fischer“, so der Biologe und Universitätsprofessor José Iván Mojica.

Laut Richard Serra von der Vereinigung indigener Gemeinden von Bajo Cauca seien sieben Gemeinden unmittelbar von der Wasserknappheit betroffen, da sie vom Fischfang leben. Bisher seien 1200 tote Fische gezählt worden. 90 Prozent des normalen Wasserstandes würde fehlen. Grund der Staudamm-Wassersperre sind Bauarbeiten an den Turbinen, so die Betreibergesellschaft „EPM“. Die Bauarbeiten für das künftig größte Wasserkraftwerk Kolumbiens mit einer geplanten Leistung von 2,45 Megawatt haben 2010 begonnen. (bb)
 

Weitere Nachrichten zu: Umwelt, Indigene