Guatemala |

Herz aus Menschen gegen häusliche Gewalt

Tausende Guatemalteken werden morgen den knapp 3.800 Meter hohen Vulkan des Wassers nahe Antigua besteigen. 1.500 von ihnen werden am Krater des Vulkans eine Herzform aus Menschen bilden. Das Herz aus Menschen der Auftakt der Aktion „Subida por la Vida“ , die dazu aufruft, häuslicher Gewalt in Guatemala ein Ende zu bereiten. Die Veranstalter kündigen das größte Herz an, was jemals von Menschen geformt wurde. 10.000 Teilnehmer werden erwartet. Im Anschluss an die Aktion auf dem Vulkan, wird es im Stadion von Antigua ein Festival mit mehreren Bands sowie einem Fußballspiel geben.

Alle Personen, die teilnehmen, haben eine Karte für 50 Quetzal (knapp fünf Euro) erstanden. Das Geld für die Tickets wird den Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, zu Gute kommen. „Subida por La Vida“ gehört zur groß angelegten Kampagne „Rompe el Ciclo“ (Durchbrich den Teufelskreis), die bereits im Oktober 2010 ins Leben gerufen wurde und es sich zum Ziel gesetzt hat, junge Menschen zu einem gewaltfreien Leben zu bewegen.

Die nichtstaatliche Gewalt gegen Frauen ist in Guatemala ein immer größer werdendes Problem. In dem zentralamerikanischen Land sterben jährlich 700 Frauen an den Folgen häuslicher Gewalt. In durchschnittlich 65.000 Fällen pro Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die Dunkelziffer ist vermutlich weitaus höher. Zwar wurde mit den Friedensverträgen auch ein Gesetz gegen häusliche Gewalt erlassen, häufig bringen Frauen die Taten aber nicht zur Anzeige. Ein Grund ist die oft ausgeprägte wirtschaftliche Abhängigkeit von ihren Ehemännern. Ein weiteres Problem ist laut der Zeitschrift "Fijáte" die fehlende Präsenz von staatlichen Institutionen im ländlichen Raum.(aj)