Honduras |

Hernandez laut Zwischenergebnis neuer Präsident

Bei den Wahlen in Honduras ist der Kandidat der konservativen "Nationalen Partei" Juan Orlanado Hernandez laut ersten Zwischenergebnissen zum neuen Präsidenten gewählt worden. Wie die Oberste Wahlbehörde des Landes am Sonntagabend, 24. November (Ortszeit), mitteilte, entfielen nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen 34 Prozent auf Hernandez. Die Bewerberin des linksgerichteten Parteienbündnisses LIBRE, Xiomara Castro de Zelaya, erhielt demnach 28 Prozent der Stimmen.

Vor jubelnden Anhängern erklärte sich der 45-jährige Hernandez in der Hauptstadt Tegucigalpa daraufhin zum neuen Staatsoberhaupt. Hernandez sagte, er wolle der Präsident aller sein und versprach, die Gewalt und Armut im Land zu bekämpfen. Man könne nicht hinnehmen, dass fast die Hälfte der Bevölkerung am Existenzminimum lebe, betonte Hernandez und erinnerte an die Worte von Papst Franziskus über die Vergänglichkeit materieller Werte. "Ich habe nie einen Möbelwagen hinter einem Trauerzug herfahren sehen."

Zu Beginn des Wahltages hatte der honduranische Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga die Menschen aufgerufen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und die politische Einstellung Andersdenkender zu respektieren.

Internationale Wahlbeobachter sprachen von einem insgesamt friedlichen und rechtmäßigen Wahlverlauf. Die Leiterin der EU-Wahlbeobachtermission Ulrike Lunacek sagte im öffentlichen Fernsehsender TNH, die fehlende Transparenz der Kampagnenfinanzierung sei das größte Manko der Wahlen gewesen.

In Honduras leben laut der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) fast 70 Prozent der Bevölkerung in Armut. Zudem leidet das mittelamerikanische Land seit Jahren unter Auseinandersetzungen zwischen Drogengangs und gilt als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Der Militärputsch gegen den linksgerichteten Präsidenten Manuel Zelaya 2009 spaltet die honduranische Gesellschaft bis heute tief.

Quelle: KNA