Bolivien |

Heftige Auseinandersetzungen zwischen Minenarbeitern

Bei heftigen Auseinandersetzungen zwischen zwei unterschiedlichen Gruppen von Minenarbeitern in der bolivianischen Hauptstadt La Paz ist ein Mensch ums Leben gekommen, als eine der Gruppen Dynamit einsetzte. Einer der Dynamitblöcke explodierte in nächster Nähe von Hector Choque, der seinen Verletzungen nach mehreren Stunden im Koma erlag. Neun weitere Minenarbeiter wurden durch den Einsatz der Sprengkörper verletzt.

Der Zusammenstoß in La Paz ist das Ergebnis eines lange schwelenden Konflikts zwischen den beiden Gruppierungen um die Kontrolle der Zinn-Mine Colquiri, etwa 200 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Boliviens. Sowohl die in einer Gewerkschaft (FSTMB) vereinten Minenarbeiter als auch jene, die unabhängig von dieser arbeiten, fordern seit Monaten die Kontrolle über die Mine. Nach mehreren gescheiterten Versuchen der Beilegung dieses Konflikts durch den Präsidenten Evo Morales, entschied das bolivianische Staatsoberhaupt sich schließlich dazu, die Mine zu verstaatlichen. Zuvor gehörte sie der schweizerischen Firma Glencore, die heftig gegen die Maßnahme protestierte.

Nach Angaben lokaler Medien seien es vornehmlich die unabhängigen Minenarbeiter gewesen, die in La Paz Steine und Dynamitblöcke auf die verfeindeten Gewerkschaftler geworfen hätten. Die FSTMB gab an von der bolivianischen Regierung fordern zu wollen, den unabhängigen Angestellten den Zugang zu dem Teil der Mine zu versagen, der ihnen seit der Verstaatlichung zugesprochen wurde. Der Innenminister Jorge Perez rief beide Seiten dazu auf, die radikalen Protestanten ihrer Gruppen auszuschließen. (aj)