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Handys und Autos gegen Zustimmung zu Belo Monte

Die sozialen Bewegungen des Bundesstaates Para werfen der brasilianischen Regierung, der Indigenenbehörde FUNAI und dem Konzern Norte Energía vor, die Zustimmung zum umstrittenen Staudamm von Belo Monte mit Sachgeschenken an die Mitglieder der „Vereinigung Indigener aus Altamira“ (AIMA) erkaufen zu wollen. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die von den sozialen Bewegungen des Bundesstaates Para am 25. Januar veröffentlicht wurde.

Bestechungsversuche und Drohungen

“Die Vergabe von Gütern gemäß dem Warenkorb zur Grundversorgung in indigenen Gemeinden ist ein Versuch, die Indigenen zu kaufen. Die Bedürftigkeit der Menschen wird ausgenutzt. Es werden Autos, Motorräder, Mobiltelefone und sogar Geld dafür angeboten, dass die Indigenen vom Kampf gegen Belo Monte ablassen und sich auf die Seite von Norte Energía schlagen. Am schlimmsten ist jedoch, dass die FUNAI dagegen überhaupt nichts unternimmt", erklärte der Vorsitzende der AIMA, Juma Xupaia, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Adital.

Diejenigen, die weiterhin standhaft blieben, würden stattdessen stark unter Druck gesetzt und bedroht, so Xupaia. Zudem gebe es weitere Beweise für eine Zusammenarbeit von FUNAI und dem Energiekonzern bei dem Versuch, den Widerstand gegen das Projekt Belo Monte zu zerschlagen.

Indigenenbehörde FUNAI soll in Machenschaften verstrickt sein

So habe die FUNAI mit logistischer Unterstützung die Indigenen aus der Mittleren Region des Xingu-Flusses vom 17. bis 22. Januar zu Versammlungen im Zusammenhang mit Belo Monte mobilisiert. Juma Xupaia konnte nicht dabei sein und sei bei dieser Gelegenheit – ebenso wie das gesamte Präsidium der AIMA - jedoch von Indigenen, die mit der FUNAI zusammenarbeiteten, abgesetzt worden. Laut Juma sei am 22. Januar ein Onkel von ihm als neuer Vorsitzender der AIMA gewählt worden, der den Kampf gegen Belo Monte nicht weiterführen wolle.

Die sozialen Bewegungen verurteilten in ihrer Erklärung das Vorgehen von FUNAI und Norte Energía, bei dem gezielt versucht werde, Organisationen zu schwächen und zu spalten. (bh)

Quelle: Adital