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Haitianischer Einwanderer bei Razzia zu Tode geprügelt

Der Haitianer Jean Robert Lords ist Ende vergangener Woche in einem Krankenhaus in der dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo gestorben. Der junge Mann erlag seinen Verletzungen, die ihm während einer Razzia durch dominikanische Beamte Mitte Mai zugefügt worden waren. Dies geht aus einer Meldung der Koalition der haitianischen Einwanderer in der Dominikanischen Republik hervor, die Blickpunkt Lateinamerika über den Adveniat-Partner Mario Serrano, Leiter des Bildungszentrums Centro Bonó in Santo Domingo, erreichte.

Demnach hat die Einwandererbehörde des Inselstaates im Hauptstadtviertel El Tanque de Juan Dolio am 14. Mai eine Razzia durchgeführt, bei der sie alle Papiere der dort lebenden haitianischen Einwanderer überprüfte. Der Aussage des Bruders von Jean Robert Lords, Mele Lores, zufolge, hätten die Beamten, die ihnen präsentierten Dokumente nicht beachtet und umgehend auf den jungen Mann eingeprügelt. Er sei mehrmals mit dem Gewehrkolben geschlagen worden, so Mele Lores. Auch als er bereits am Boden lag, ließen die Agenten nicht von ihm ab. Lords wurde dann schwer verletzt in einen Lastwagen gebracht und abtransportiert. Erst nach mehrmaligem Bitten, so berichteten Augenzeugen, wurde er schließlich in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde der Haitianer neun Tage lang behandelt, bevor er schließlich seinen zahlreichen Verletzungen erlag.

Ausgrenzung und Rassismus gegen Haitianer sind in der Dominikanischen Republik an der Tagesordnung. Die Problematik hat sich stark zugespitzt, seit die Regierung ein Gesetz verabschiedet hat, das besagt, dass ein Haitianer nur dann die dominikanische Staatsbürgerschaft erlangen kann, wenn auch die Eltern Dominikaner sind, selbst wenn er in der Dominikanischen Republik geboren wurde. örtliche Nichtregierungsorganisationen sehen darin einen gezielten Angriff auf die haitianisch-stämmige Bevölkerung der Insel. (aj)

Weitere Infos zur Arbeit des Centro Bonó: www.bono.org.do