Brasilien, Haiti |

Haitianer erhalten Asyl

Das brasilianische Justizministerium hat Ende September entschieden, weiteren 209 haitianischen Flüchtlingen dauerhaft Asyl zu gewähren. Dies gab das Justizministerium am 30. September bekannt. Nach Angaben der Leiterin des Instituts für Migration und Menschenrechte, Schwester Rosita Milesi, haben bisher 632 Haitianer Asyl erhalten. Trotzdem würden noch mehr als 2.000 Flüchtlinge auf eine Entscheidung über ihr Gesuch warten.

Die haitianischen Flüchtlinge können, da sie nicht politisch verfolgt sind, kein Asyl erhalten. Deshalb wurde eine Verfügung erwirkt, damit aus humanitären Gründen eine Ausnahmeregelung bei der Migrationsbehörde gemacht wird. Milesi unterstrich, dass sowohl die Zivilgesellschaft, als auch die Regierung, die Kirchen und Unternehmen an einer humanitären Lösung des Problems gearbeitet hätten.

Lange Odyssee

Die meisten Flüchtlinge kämen in Gruppen in die Amazonasregion (Bundesstaaten Acre und Rondonia) und suchten vor allem Arbeit. Sie kommen über Puerto Rico oder die Dominikanische Republik, Panama und Peru nach Brasilien, wo sie sich von der Hauptstadt Lima aus ins peruanische Amazonasgebiet nach Iquitos begeben. Die Reise kosten ungefähr 4.500 US-Dollar, die sich die Flüchtlinge häufig leihen. Für die Haitianer bedeute der unbefristete Aufenthalt die Chance, wieder ein Leben aufzubauen und ihre Familien zu unterstützen, die oft in Haiti geblieben sind.

Nach dem schweren Erdbeben in Haiti 2010, bei dem mehr als 200.000 Menschen ums Leben kamen, sind auch weiterhin viele Menschen obdachlos. Das Land hat sich noch nicht von den Folgen der Naturkatastrophe erholt. Im Herbst letzten Jahres kam es zudem zu einer Cholera-Epidemie, der mehr als 5.000 Menschen zum Opfer fielen. (bh)

Quelle: Adital

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