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Haftstrafe für Ex-Gouverneur wegen "Aymarazo"-Anti-Bergbauprotest

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Die Erzmine am Pass Ticlio belastet den Fluss Rimac, der die Millionenstadt Lima mit Trinkwasser versorgt, von der Quelle an mit Schadstoffen. Foto (Symbolbild): Adveniat/Steffen

In Peru hat ein Gericht den indigenen Ex-Gouverneur der Andenregion Puno wegen seiner Rolle bei Anti-Bergbauprotesten im Mai 2011 zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Der flüchtige Walter Aduviri Calisaya soll laut der Richter vom Strafgericht Puno für sechs Jahre hinter Gitter. Der beim Urteil abwesende Politiker sei für die "Störung des öffentlichen Friedens" verantwortlich, berichtet die Tageszeitung "Gestión" am Mittwoch, 14. August 2019.
 
Neben der Freiheitsstrafe habe der Verurteilte eine Entschädigungszahlung in Höhe von 2 Millionen Soles (rund 528.000 Euro) zu leisten, befand das Gericht in der rohstoffreichen Andenregion. Unter Leitung der Richterin Jackeline Luza Cáceres wurde die sofortige Festnahme und Überstellung ins Gefängnis angeordnet, so die Nachrichtenagentur Reuters. Aduviri, dessen Aufenthaltsort unbekannt ist, stand 2011 an der Spitze der Proteste der indigenen Aymara-Bevölkerung gegen das Silberbergwerk-Projekt des kanadischen Bergbaumultis "Bear Creek".
 
Beim "Aymarazo" wurden bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Bergwerk-Gegnern mindestens fünf Menschen getötet. Medien und Nichtregierungsorganisationen warfen der damaligen Regierung von Präsident Alan García die Kriminalisierung der Proteste vor. Als Folge der blutigen Proteste wurde dem Bergbaumulti die Förderlizenz schließlich entzogen. In einem Interview mit der Tageszeitung "El Comercio" erklärte Aduviri, er werde sich den Behörden nicht stellen: "Ich habe keine Straftat begangen". (bb)

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