Kolumbien |

Haftbefehl gegen Ex-Geheimdienstchef

Kolumbiens Generalanwaltschaft hat am Mittwoch, den 20. November, einen Haftbefehl gegen einen hochrangigen Militär und Ex-Geheimdienstschef ausgestellt. Es würden eindeutige Beweise vorliegen, dass Miguel Alfredo Maza Márquez am gewaltsamen Tod des Ex-Präsidentschaftskandidaten Luis Carlos Galán im Jahr 1989 verantwortlich sei, so lokale Medien.

Generalstaatsanwalt Eduardo Montealegre erinnerte daran, dass der Mord an Galán mitten im Wahlkampf am Rande einer Versammlung in der Ortschaft Soacha nahe der Hauptstadt Bogotá ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gewesen sei. In seiner damaligen Funktion als Chef des Inlandgeheimdienstes DAS habe Maza Kenntnis von den Mordplänen gegen den liberalen Politiker gehabt, berichtet das Onlineportal „Semana.com“.

Nach einem Attentat in Medellín habe Maza die Sicherheitsvorkehrungen des Präsidentschaftskandidaten nicht verschärft, so Montealegre zu den Gründen des Haftbefehls. Zudem habe es enge Kontakte zwischen DAS und rechtsgerichteten Paramilitärs gegeben. Die Drogenmafia hatte Ende der 1980ger mehrere Politiker liquidiert, die sich gegen Drogenhandel und Paramilitarismus stellten. (bb)