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Haft für chilenische Ex-Geheimdienstler

Überlebende Regimegegner haben Folter und Haft in Skizzen festgehalten, die im ehemaligen Folterzentrum Villa Grimaldi in Santiago de Chile ausgestellt sind. Foto: Adveniat/Matthias Hoch
Überlebende Regimegegner haben Folter und Haft in Skizzen festgehalten, die im ehemaligen Folterzentrum Villa Grimaldi in Santiago de Chile ausgestellt sind. Foto: Adveniat/Matthias Hoch

In Chile sind 20 ehemalige Geheimdienstmitarbeiter wegen Verbrechen im Zuge der "Operation Condor" verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie für das gewaltsame Verschwinden von zwölf Menschen zwischen 1975 und 1977 verantwortlich sind, wie der Sender "Tele 13" berichtete. Die Haftstrafen liegen zwischen 17 Jahren und 100 Tagen. Mehr als 30 weitere Ex-Geheimdienstler wurden freigesprochen. Zivilrechtlich wurde der Staat zu Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen verurteilt.

 

Pakt der Finsternis

 

"Operation Condor" war der Codename für die geheime Zusammenarbeit mehrerer Militärregierungen in den 1970er und 80er Jahren im Kampf gegen politische Gegner. Beteiligt waren Chile, Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay und Bolivien. Die Condor-Agenten verfolgten und töteten weltweit Regimegegner, Gewerkschafter und Mitglieder von linken Bewegungen.

 

Unter General Augusto Pinochet wurden in Chile rund 40.000 Menschen illegal inhaftiert und systematisch gefoltert. Mehr als 3000 von ihnen wurden getötet. Die Militärdiktatur, die 1973 mit einem Putsch begonnen hatte, endete 1990. Pinochet wurde 2001 vor Gericht gestellt, doch aus gesundheitlichen Gründen für verhandlungsunfähig erklärt. Er starb 2006.

 

Quelle: Deutsche Welle, jj/ml (dpa, epd)

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