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Gute Nachrichten!

Zu Weihnachten und zum Neuen Jahr präsentiert Ihnen Blickpunkt Lateinamerika einen Rückblick auf 2010 – mit ausschließlich positiven Nachrichten zu Lateinamerika und der Karibik. Die „Ja, aber...“ haben wir diesmal außen vor gelassen. Die hier nach Monaten aufgelisteten "guten Nachrichten" sind alle im Jahr 2010 auf www.blickpunkt-lateinamerika.de erschienen - in Form von Meldungen oder als Berichte.

Wir danken unseren Leserinnen und Lesern und unseren Journalisten, wünschen Ihnen ein glückliches Neues Jahr und melden uns wieder am 5. Januar 2011.

Dezember

Peru: Menschenrechtspreise für Amazonas-Radios
Radio Television Oriente sowie die Amazonas-Radios „Radio Maranón“ des Apostolischen Vikariates Jaén und das private Radio „La Voz de Bagua“ erhielten den Preis der peruanischen Menschenrechtsgruppen für ihre mutige Berichterstattung. Ein weiterer Preisträger ist der Erzbischof von Huancayo, Pedro Barreto, der für sein Engagement für die von einer Schmelzhütte gesundheitlich geschädigte Bevölkerung ausgezeichnet wurde.

Ecuador: Besserer Schutz für Menschen mit Behinderung
Einen Bericht über die Situation behinderter Menschen in Ecuador einer venezolanisch-kubanisch-ecuadorianischen Delegation wird Grundlage für eine Verbesserung der Lebensumstände und eine Stärkung der Rechte von Menschen mit Behinderung. Die Delegation verteilte bei ihrer Feldstudie zudem 76.000 technischen Hilfen wie Gehstöcke, Krücken und Rollstühle und befreite zahlreiche behinderte Menschen aus Zuständen schwerster Verwahrlosung.

Zentralamerika: Müll-Recycling boomt
In Zentralamerika gewinnt die Recycling-Industrie weiter an Boden. "Das Umweltbewusstsein ist stärker geworden. Immer mehr Firmen fragen uns, was sie mit ihren Abfällen machen sollen", sagte René Silva vom unabhängigen Nationalen Zentrum für saubere Produktion. "Wenn man Umweltverschmutzung vermeidet, gibt man auch weniger Geld aus." Der Wirtschaftszweig ist inzwischen soweit gewachsen, dass er der Region wichtige Deviseneinkünfte verschafft und vielen Menschen Arbeit bietet.

Kuba: Kardinal feiert Weihnachtsmesse im größten Gefängnis des Landes
Der kubanische Kardinal Jaime Ortega Alamino feiert einen Weihnachtsgottesdienst im größten Gefängnis des Landes. Vor einigen Monaten hatte die katholische Kirche in Kuba in direkten Gesprächen mit der kommunistischen Regierung von Staatspräsident Raul Castro die Freilassung und Ausreise von mehr als 50 über Jahre inhaftierten politischen Gefangenen erreicht.

USA: Anerkennung der UN-Erklärung zu den Rechten indigener Völker
Die USA haben auf ihrer jüngsten ´Tribal Nations Conference´ im Weißen Haus die Anerkennung der UN-Deklaration über die Rechte indigener Völker angekündigt. Damit fällt die letzte Bastion des Widerstands gegen eine Deklaration, die den Ureinwohnern, das Recht auf Selbstbestimmung, ihre Kultur, ihr Land und dessen Bodenschätze einräumt. Die USA waren der letzte von vier Staaten, die der vor drei Jahre verabschiedeten Erklärung ihre Unterschrift verweigert hatten.

Lateinamerika: CEPAL-Chefin lobt „progressive Regierungen“

Die Chefin der Wirtschaftskommission für die Karibik und Lateinamerika (CEPAL), Alicia Bárcena, hat die „progressiven Regierungen« in Argentinien, Bolivien, Brasilien und Venezuela für ihre Sozialpolitik gelobt. Die Region habe die „Lektionen der Vergangenheit gelernt“. Ausgeglichene öffentliche Haushalte, Inflationskontrolle und Devisen-Reserven hätten es ermöglicht, dass Argentinien zusammen mit Brasilien, Bolivien und Venezuela das Land in der Region sei, das die Armut und Ungleichheit am meisten reduziert habe.

Brasilien wegen Diktaturverbrechen verurteilt – Entschädigung für Opferfamilien
Brasilien ist für den Mord an 62 Oppositionellen während der Diktaturzeit verurteilt worden. Der Menschenrechtsgerichtshof der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) sah es als erwiesen an, dass zwischen 1971 und 1975 die Angehörigen der Kommunistischen Partei von den Militärs ermordet und verscharrt worden waren. Die Richter sprachen den Opferfamilien Entschädigungen in Höhe von umgerechnet rund 34.000 Euro zu.

Bolivien: Land für Indígenas
Boliviens Guaraní-Indígenas erhalten Land: Die staatliche Agrarbehörde INRA gab die Verteilung von rund 24.000 Hektar Grund und Boden an die indigenen Tieflandbewohner von Alto Parapetí im Departamento Santa Cruz de la Sierra bekannt. Die Ländereien gehörten zuletzt den Großgrundbesitzern der Latifundisten-Familien Larsen und Chávez, welche die Ländereien zum Großteil während der Militärdiktatur des deutschstämmigen Diktators Hugo Banzer in den 1970er Jahren aus Staatsbesitz übertragen bekommen hatten.

Brasilien: 82 Diktaturopfer erhalten Entschädigungen
Brasiliens Justizministerium hat 82 Opfern der Militärdiktatur eine lebenslange Rente sowie einmalige Entschädigungszahlungen zugesprochen. Je nach Beruf des Opfers und der Schwere der erlittenen Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur (1964-1985) erhalten die Opfer monatliche Renten von umgerechnet 300 bis 2.200 Euro.

Brasilien: Regierung freut sich über PISA-Studie
Brasilien darf sich ein wenig über die neueste PISA-Studie freuen. Zwar liegen die Schüler aus dem südamerikanischen Land immer noch im hinteren Drittel des Nationen-Rankings, aber immerhin hat es das Land im Vergleich zu der letzten Erhebung von vor drei Jahren geschafft, sich in allen Bereichen zu verbessern.

Lateinamerika: Weniger Armut auf dem Land
Ein jüngster Bericht des »Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung« (IFAD) lobt die Anstrengungen der lateinamerikanischen Regierungen zur Armutsbekämpfung. Die UN-Organisation, dessen Ziel die Armutsreduzierung auf dem Land ist, stellte fest, dass die Armut in den entsprechenden Gegenden deutlich rückläufig ist. »Der Index der extremen Armut für Lateinamerika hat sich fast halbiert«, so die FIDA-Studie.

Schweden: Alternativen Nobelpreis an Kräutler verliehen
Erwin Kräutler hat in Stockholm den Alternativen Nobelpreis entgegengenommen. In seiner Dankesrede wertete der Bischof und Präsident des Indianer-Missionsrates CIMI die Auszeichnung auch als Auszeichnung für die Opfer des Kampfs um Umwelt und Menschenrechte in Brasilien. Der aus Vorarlberg stammende Kräutler engagiert sich seit Jahrzehnten für den Schutz des brasilianischen Regenwaldes und die Rechte der dort lebenden Ureinwohner.

EU: Schärfere Strafen für Menschenhandel
Die EU-Justizminister haben sich auf strengere Strafen für Menschenhandel geeinigt. Vorgesehen ist unter anderem, dass Menschenhandel in der EU künftig mit Höchststrafen von fünf Jahren Freiheitsentzug geahndet wird. In schweren Fällen sollen zehn Jahre möglich sein, etwa wenn Kinder die Opfer sind. EU-Staatsbürger sollen künftig auch dann für Menschenhandel bestraft werden können, wenn die Straftat im Ausland begangen wurde.

November

Argentinien: ölpest als Lehre
Die ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat die Umweltbehörden in Argentinien aufgerüttelt. Um ähnliche folgenschwere Unglücke vor den Küsten des Landes zu verhindern, will die Nationalparkverwaltung (APN) vier neue Meeresschutzgebiete schaffen. Damit wird die Fläche der Meeresschutzgebiete auf rund 13.600 Quadratkilometer vergrößert.

Guatemala: Sondergerichte für misshandelte Frauen
In Guatemala befassen sich drei eigens hierfür geschaffene Gerichte mit Fällen der weitverbreiteten Gewalt gegen Frauen, die von Misshandlung bis Mord reicht. Grundlage der Sondergerichte ist das vor zweieinhalb Jahren in Guatemala erlassene Gesetz gegen Mord an und Gewalt gegen Frauen. Jeden Tag werden zwei Guatemaltekinnen ermordet - mit Schuss- oder Stichwaffen, durch Schläge oder Strangulierung. Die Richterin Ana María Rodríguez, Präsidentin des Gerichts, möchte Frauen ermutigen, Gewalt anzuzeigen und ihnen einen besseren Zugang zur Justiz zu verschaffen.

Vereinte Nationen: Frauenfonds-Initiative für mehr Sicherheit in Städten
Der UN-Frauenfonds UNIFEM hat eine Initiative gestartet, die das Leben von Frauen in den fünf Weltstädten Neu-Delhi, Kairo, Quito, Kigali und Port Moresby sicherer machen soll. Für den Anfang ist vorgesehen, die Straßenbeleuchtung zu verbessern, einsame Bushaltestellen in belebte Zonen zu verlegen und Notruftelefone einzurichten. Ferner sollen Sicherheitskräfte und Justizbeamte für die Gefahren sensibilisiert werden, denen insbesondere Frauen und Mädchen in den Städten ausgesetzt sind.

Kolumbien: 52 Jahre Haft für Mörder der Awá-Indígenas
Ein Strafgericht hat in der Hafenstadt Tumaco, drei Mitglieder einer kriminellen Bande zu jeweils 52 Jahren Haft verurteilt. Die Richter befanden die Angeklagten für schuldig, im August 2009 zwölf Angehörige einer indigenen Gemeinde im Bezirk La Guayacana, nahe der Grenze zu Ecuador, ermordet zu haben.

Bolivien: Staat entschädigt für Sklavenarbeit
Fünf Guaraní-Indígenas werden vom Staat für 30 Jahre Sklavenarbeit auf der Hazienda eines Großgrundbesitzers im Departamento Chuquisaca entschädigt. Auf der Hazienda waren die Guaranís für die Viehzucht zuständig. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen hatten in der Vergangenheit regelmäßig die »sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen« der Tiefland-Guaranís angeklagt.

Deutschland: Mexikanerin erhält Menschenrechtspreis der Ebert-Stiftung
Marcelina Bautista Bautista, Generalsekretärin der Konföderation der Hausangestellten in Lateinamerika und der Karibik, erhält den Menschenrechtspreis 2010 der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Mexikanerin setzt sich für den Rechtsschutz und die gewerkschaftliche Interessenvertretung von Hausangestellten ein.

Vereinte Nationen: 24. März wird „Internationaler Tag für das Recht auf Wahrheit“
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 24. März zum „Internationalen Tag für das Recht auf Wahrheit, im Zusammenhang mit brutaler Gewalt und der Würde der Opfer“ erklärt. Damit ehren die Vereinten Nationen den Bischof Oscar Arnulfo Romero aus El Salvador. Der Erzbischof war in San Salvador im Auftrag der politischen Rechten am 24. März 1980 in El Salvador erschossen worden, während er eine Messe zelebrierte.

Norwegen: Menschenrechtspreis für José Raúl Vera López
José Raúl Vera López, Bischof von Saltillo in Mexiko, ist der Professor-Thorlof-Rafto-Gedenkpreis verliehen worden. Vera López habe die Auszeichnung für sein Engagement für soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte in seinem Heimatland erhalten, hieß es in der Begründung der Rafto-Stiftung. Er habe sich nicht nur als kompromissloser Kritiker von Machtmissbrauch gezeigt, sondern mache sich auch als Fürsprecher benachteiligter Bevölkerungsgruppen stark.

Uruguay: Verjährungsgesetz ist verfassungswidrig
Uruguays Oberster Gerichtshof hat am 1. November das so genannte Verjährungsgesetz für verfassungswidrig erklärt. Dieses Gesetz verhinderte seit 1986, dass uruguayische Militärs und Polizisten für Menschenrechtsverletzungen verurteilt werden können, die während der Militärdiktatur von 1973 bis 1985 begangen wurden.

Bolivien/Spanien: Wahlrecht für Migranten
Bolivianer die in Spanien leben und Spanier, die in Bolivien ihren Wohnsitz haben, können bei Kommunalwahlen in Zukunft ihre Stimmen abgeben. Spanier müssen im Andenland zwei Jahre ihren Wohnsitz nachweisen, für Bolivianer sind in Spanien fünf Jahre nötig.

Bolivien: Poker für Ärzte
Zum ersten Mal in seiner Geschichte wird Boliviens Regierung das Geschäft mit dem Glücksspiel mit einer Sondersteuer belegen. Bingos, Lotterien, Casinos und Spielhallen sollen in Zukunft Abgaben an den Staat zahlen. Die Einnahmen werden ausschließlich in den Gesundheitssektor fließen.

Oktober

Kolumbien: Frauen kämpfen für den Frieden
In Kolumbien haben sich Bäuerinnen, Indigene, Schwarze sowie Müttern von ´Verschwundenen´ und anderer Opfer des Bürgerkriegs zu einer breiten Frauenfront zusammengeschlossen. "Wenn wir Frauen mit klarer Stimme sprechen, ohne Angst zu zeigen, zahlen wir dafür einen hohen Preis: Wir müssen mit dieser Angst leben", sagt eine Frauenaktivistin, die sich für den Frieden in Kolumbien engagiert. "Aber die Drohungen werden uns nicht daran hindern, für Frieden und soziale Gerechtigkeit einzutreten."

Mexiko: Mutig für die Gemeinde
Marisol Valles García ist die neue Polizeichefin der 3000-Seelen-Gemeinde Práxedis G. Guerrero. Die Kleinstadt liegt im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko. Hier tobt der blutige Drogenkrieg. Auf die offene Stelle des Polizeichefs hat sich niemand sonst gemeldet. Die 20-Jährige unterstrich, dass sie nicht in vorderster Front gegen die Drogenmafia kämpfen werde, das sei Aufgabe der Bundespolizei. „Mein Ziel ist es die Gemeinde stärker zu machen.“

Brasilien: Gesundheitsbehörde eigens für Indigene
Für Brasiliens Indigene ist eine exklusiv für sie zuständige Gesundheitsbehörde, SESAI, gegründet worden. In der Vergangenheit hatten die Indigenen sich stets über die fehlende medizinische Vorsorge und Betreuung durch die nationale Gesundheitsbehörde FUNASA beschwert. Die neue Behörde soll neben der medizinischen Betreuung der indigenen Völker auch für hygienische Maßnahmen wie die Einrichtung von Trink- und Abwasserleitungen verantwortlich sein.

USA: Verleihung des „Courage in Journalism Award“
Eine Mexikanerin, eine Kolumbianerin, eine Tansanierin und eine Chinesin wurden in New York dem diesjährigen ´Courage in Journalism Award´ ausgezeichnet. Mit dem Preis ehrt die Internationale Frauen-Medienstiftung (IWMF), die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert, den unerschrockenen Einsatz von Journalistinnen in aller Welt.

El Salvador: Präsident entschuldigt sich bei Indigenen
Beim Nationalen Indigenen-Kongress bat Präsident Funes erstmals im Namen des Staates um Entschuldigung für Diskriminierung, Ausgrenzung und Ausrottung indigener Völker in der Vergangenheit.

Argentinien/Brasilien: Gegenseitige Atomkraftkontrollen
Vor fast zwei Jahrzehnten haben Argentinien und Brasilien ein System gegenseitiger Kontrolle eingerichtet, um sicherzustellen, dass die Kernenergie nur für zivile, friedliche Zwecke genutzt wird. Die Initiative hat sich bewährt. Experten zufolge könnte sie auf internationaler Ebene Modell stehen für Transparenz und Förderung des wechselseitigen Vertrauens auf einem hochsensiblen Gebiet.

Trinidad und Tobago: Absage an Aluminiumschmelze
In weniger als 30 Sekunden entschied Finanzminister Winston Dookeran, eine geplante Aluminiumschmelze zu kippen. Dookeran begründete die Absage mit hohen Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit. Naturschützer hatten davor gewarnt, dass das Schmelzen von Aluminium Giftstoffe freisetzen würden, die die Gesundheit der Anwohner schädigten.

Argentinien: Parlament beschließt Gletscherschutzgesetz
Nach langem Tauziehen hat das Parlament ein Gesetz zum Schutz der Gletscher verabschiedet. Umweltorganisationen begrüßten die Neuregelung, die erhebliche Einschränkungen für den Bergbau und andere Industriezweige vorsieht. Damit sollen die in den Gletschern lagernden riesigen Süßwasserreserven erhalten werden.

Costa Rica gewinnt „Future Policy Award 2010“
Die Stiftung World Future Council hat Costa Rica mit dem Future Policy Award 2010 ausgezeichnet. Das mittelamerikanische Land habe mit seinem Biodiversitätsgesetz eine beispielhafte Gesetzgebung zum Schutz der Artenvielfalt entworfen und erfolgreich in die Praxis umgesetzt, hieß es zur Begründung.

Uruguay: Verjährungsgesetz ungültig
Die Abgeordnetenkammer des Kongresses von Uruguay hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, das sogenannte „Verjährungsgesetz“ aus dem Jahr 1986 für ungültig zu erklären. Dieses verhindert seit fast einem Vierteljahrhundert, dass Militärs und Polizisten bestraft werden können, die während der Zeit der uruguayischen Militärdiktatur (1973 bis 1985) Menschenrechtsverletzungen begangen haben.

Lateinamerika: Wirtschaftskrise hat kaum Einfluss auf Demokratie
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Demokratieentwicklung in Lateinamerika laut einer Studie kaum negativ beeinflusst. Nach dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten "Demokratie-Index" für Lateinamerika der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) profitierte die Region vielmehr vom weltweiten Rohstoffboom.

Peru/Bolivien: Ein Weg zum Meer
Nach Jahren der politischen Spannungen erhält Bolivien an der peruanischen Küste einen vereinfachten Zugang zum Pazifischen Ozean. Ein 1992 geschlossenes Abkommen wurde erneuert, das den Bolivianern für 99 Jahre die Nutzung eines fünf Kilometer langen Abschnitts zur Abwicklung ihrer Importe und Exporte zusichert.

Chile: Alle 33 Bergleute gerettet
Mit der Bergung von Luis Urzúa Iribarren - als letztem der 33 seit dem 5. August 2010 in der chilenischen Gold- und Kupfermine San Jose eingeschlossenen Bergmänner - hat das Drama in der Atacama-Wüste ein glückliches Ende genommen.

Peru: Literaturnobelpreis für Vargas Llosa
Der Nobelpreis für Literatur geht 2010 an den peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa. Die Akademie-Jury würdigte u.a. die »Kartographie von Machtstrukturen und seine messerscharf gezeichneten Bilder individuellen Widerstands«, die der 74-jährige Peruaner in Werken wie seinem ersten Roman »Die Stadt und die Hunde« (1963) entwerfe.

Bolivien: Gericht verurteilt Banzer-Diktatur
Der Interamerikanische Menschengerichtshof (CIDH) der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat den Staat Bolivien wegen des Verstoßes gegen die Menschenrechtscharta im Falle zweier Oppositioneller während der Diktatur von Hugo Bánzer verurteilt. Bolivien muss innerhalb eines Jahres für eine Entschädigung der hinterbliebenen Familienangehörigen aufkommen.

Guatemala: USA entschuldigen sich für Menschenversuche
Die US-Regierung hat sich offiziell für die menschenunwürdigen Experimente entschuldigt, die US-Mediziner im Regierungsauftrag Washingtons in den 1940iger Jahren durchgeführt hatten. Dabei waren zu Forschungszwecken mehr als 700 Männer und Frauen ohne ihr Wissen mit Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonnorhoe infiziert worden.

September

Argentinien: Frauen zu ihrem Recht verhelfen
Die argentinische Regierung hat damit begonnen, Richter und andere Justizbeamte für Frauenrechte und Fragen der Gleichberechtigung zu sensibilisieren. Weibliche Opfer würden in der patriarchalischen Macho-Gesellschaft oft nicht ernst genommen, sagte Carmen Argibay, erste Richterin am Obersten Gerichtshof des südamerikanischen Landes. Es sei höchste Zeit, Frauen vor den Gerichten zu ihrem Recht zu verhelfen.

Lateinamerika: Männer gegen Männergewalt
Die hohe Gewaltrate gegen Frauen in Lateinamerika und Europa beschäftigen nicht nur Regierungen und feministische Organisationen. Auch Männer haben sich zusammengeschlossen, um physische und psychologische Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. So erfährt die von Männern initiierte Kampagne „Lazo Blanco“ („Weißes Band“) gegen Frauengewalt zunehmend Unterstützung.

Brasilien: Eine Favela-Bank als Exportschlager
In der „Palmenbank“ im Armenviertel Palmeiras in Fortaleza gibt es günstige Kredite für all diejenigen, die im normalen Banksystem keine Chance hätten: Gelegenheitsarbeiter, Tagelöhner, Migranten, Hausfrauen. Die Bank schließt nicht nur eine Geschäftslücke, sie kurbelt auch die lokale Produktion an – denn die „Palmas“ zirkulieren zwangsläufig im Viertel. Mittlerweile gibt es in Brasilien 50 Soli-Banken nach dem Vorbild der Palmenbank.

Nicaragua: Alphabetisierung dringt in Urwaldregionen vor
60.000 Indigene in der nordöstlichen, von Urwald bedeckten autonomen Provinz RAAN, an der Grenze zu Honduras, sind von ehrenamtlich arbeitenden Studenten alphabetisiert worden. Diese hatten zuvor die lokalen indigenen Sprachen erlernt, damit die Schüler in ihrer Muttersprache lesen und schreiben lernen konnten. Die Regierung konnte das Gebiet zum "indigenen Gebiet ohne Analphabetismus" erklären.

Bolivien: Kostenlose Gesundheit für alle
Ab Januar 2011 wird ein »Einheitssystem für Gesundheit« (SUS) in Kraft treten, gab Gesundheitsminister Eduardo Aillón im September bekannt. Die neue Verfassung des Landes zur »Neugründung Boliviens« hat den freien und kostenlosen Zugang zur Gesundheit zum Staatsziel und Grundrecht aller Bürger erklärt.

Paraguay wegen Verletzung indigener Rechte verurteilt
Der interamerikanische Gerichtshof CIDH hat Paraguay wegen der Verletzung indigener Rechte in der Region Chaco verurteilt. Laut Urteilsspruch muss der Staat bis Ende 2013 dafür sorgen, dass den Sanapaná 10.000 Hektar Land rückübereignet werden. Sollte die Gemeinde Xákmok Kásek ihr Land nicht zurück rechtzeitig zurückerhalten, muss der Staat den Indígenas pro Monat Verzug 10.000 US-Dollar zahlen.

Argentinien: Rückgang der Armut
Laut Argentiniens staatlichen Instituts für Statistik INDEC ist in der ersten Hälfte 2010 die Armut von 3,5 auf 3,1 Prozent zurückgegangen. Die Armutsstatistik belege »die Kontinuität sinkender Armutsraten, die seit dem ersten Halbjahr 2003 verzeichnet werden, so INDEC.

Kolumbien: Jugendliche entwaffnen sich
Grammy-Gewinner Juanes hat sich persönlich bei den 172 Jugendlichen in seiner Heimatstadt Medellín bedankt, die bei einer freiwilligen Aktion ihre Waffen abgegeben haben. "Danke Jungs. Ihr habt uns eine neue Möglichkeit gegeben, zu zeigen, dass ihr und wir am gleichen Weg arbeiten. Für ein friedliches Medellín."

August:

Zentralamerika: Oscar Romero erhält posthum höchsten Orden
Das Zentralamerikanische Parlament verleiht dem ermordeten Erzbischof Oscar Arnulfo Romero (1917-1980) postum den höchsten Orden, den es zu vergeben hat. 120 Abgeordneten des Regionalparlaments stimmten einstimmig dafür, Romero mit dem Orden „Francisco Morazan“ im Rang vom Großen Kreuz auszuzeichnen. Damit würdige es seinen Einsatz für die Armen.

Juli:

Ecuador: „Indigene Frauen gewinnen an Einfluss“
„Indigene Frauen gewinnen an Einfluss“, sagt Mónica Chuji Gualinga, Leiterin der Stiftung Tukuishimi („Alle Stimmen“) und engagiert im Bund der Kichwa-Organisationen der Provinz Sucumbíos sowie im Dachverband Indigener Nationalitäten Ecuadors CONAIE. „Junge Frauen übernehmen verstärkt politische Verantwortung.“ Männern seien auch eher bereit, einer Frau eine Führungsposition anzuvertrauen als einem Mann.“ Sie sind der Meinung, dass eine Frau besser mit den Behörden, und den Organisationen umgehen kann.“

Brasilien: Zulassung für Gen-Mais der Firma Bayer annulliert
Der Bundesgerichtshof in Paraná hat die Zulassung für die genveränderte Maissorte Liberty Link des Konzerns Bayer annulliert. Handel, Aussaat, Transport und Import der Sorte, die gegen das von Bayer produzierte Herbizid Liberty mit dem Wirkstoff Glufosinat resistent ist, sind nun landesweit verboten. Die zuständige Richterin begründete ihre Entscheidung mit dem Fehlen von Kontrollmechanismen, die eine Koexistenz von transgenem und herkömmlichem Saatgut nach der Aussaat des genveränderten Maises sicherstellen könnten.

Peru: Entschädigung von Bürgerkriegsopfern für 2011 angekündigt
Mehr als zehn Jahre nach dem offiziellen Ende des bewaffneten Konflikts in Peru, der zwischen 1980 und 2000 in dem Andenstaat tobte, hat die Regierung für 2011 den Beginn der individuellen Entschädigungszahlungen an die Opfer angekündigt.

Belize: Oberstes Gericht räumt Landrechte für Maya ein
Der Oberste Gerichtshof in Belize hat Maya-Gemeinden im Toledo-Distrikt im Süden des Landes weitgehende Landrechte zugesprochen – für rund 500.000 Hektar Land. Es forderte auch die Regierung auf, die Gebiete klar abzugrenzen und sie nach Kultur und Tradition der Maya zu registrieren. Dem Staat ist es zudem untersagt, gegen den Willen der Gemeinden wirtschaftliche Aktivitäten in der besagten Region zu tolerieren oder auszuüben.

Juni:

Kuba: Besserer Schutz vor Hurrikans
Nach offiziellen Zahlen wurden mehr als 18.000 Häuser beschädigt, als ´Gustav´ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde über die südlich vor Kuba gelegene ´Insel der Jugend´ zog. Seitdem sind etwa 13.700 Gebäude wieder instand gesetzt worden. Das Hospital ´Héroes del Baire´ wird zur ersten hurrikansicheren Klinik des Landes ausgebaut.

Großbritannien: Film über die Guaraní ausgezeichnet
Der Film „Birdwatchers – Das Land der roten Menschen“ des chilenisch-italienischen Autors Marco Bechis hat den One World Media Award in der Kategorie „Drama“ gewonnen. Der Film nimmt die schwierige Lebenssituation der Guarani Kaiowá - Indianer in Brasilien in den Blick.

Brasilien: Kriminelle Politiker dürfen nicht kandidieren
Brasilianische Politiker, die in zweiter Instanz strafrechtlich verurteilt sind, dürfen nicht mehr kandidieren. Das Oberste Wahlgericht des Landes entschied, dass das betreffende neue Gesetz („Ficha Limpa“ - Saubere Weste) schon für die Abstimmungen am 3. Oktober anzuwenden ist. Offen blieb, ob das Gesetz auch rückwirkend gilt oder nur für Verurteilungen, die zwischen seinem Inkrafttreten Anfang Juni und dem Wahltag liegen.

Bolivien: Extreme Armut geht zurück
Knapp 33 Prozent der Bolivianer leben in extremer Armut. Dies ist ein Rückgang von acht Prozentpunkten seit 1996, wie aus einem gemeinsamen Bericht der Vereinten Nationen und der bolivianischen Regierung hervorgeht. Der lateinamerikanische Durchschnitt bei den extrem Armen beträgt 12,6 Prozent. Positive Entwicklungen gebe es beim Zugang zu Bildung und Gesundheit. Der Analphabetismus sei gesunken, die Bedingungen für alte Menschen hätten sich verbessert.

Peru: Territorialrechte für Ureinwohner
Das peruanische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das den indigenen Völkern rechtsverbindlichen Schutz und Anspruch auf eine Vielzahl von Grundrechten garantiert. Es verpflichtet die Regierung dazu, die Ureinwohner des südamerikanischen Landes vor jeder sie betreffenden Entscheidung zu konsultieren.

Bolivien: öffnung der Geheimarchive

Bolivien öffnet (mit Einschränkungen) die Armeearchive für Angehörige von Opfern. 2010 konnten mehr Recherchen abgeschlossen werden als in jedem Jahr zuvor.

Mai:

Zentralamerika: Kommission gegen Straffreiheit geplant
Angesichts der vielen Morde in El Salvador, Guatemala und Honduras wollen die Regierungen der drei zentralamerikanischen Staaten eine länderübergreifende Kommission zur Bekämpfung der Straffreiheit gründen. Menschenrechtsorganisationen begrüßen den Vorstoß. Zu den Aufgaben der Kommission würden etwa der Aufbau und die Stärkung rechtstaatlicher Institutionen zählen, sagte die ehemalige Direktorin der honduranischen Menschenrechtsorganisation Ciprodeh, Reina Rivera.

USA/Lateinamerika: Neue Antidrogenstrategie
In Lateinamerika hat die neue Antidrogenstrategie der US-Regierung große Erwartungen geweckt. In Kolumbien, dem Hauptanbauland von Koka, begrüßten Experten am Donnerstag das neue US-Programm, das sich endgültig vom unilateralen Drogenkrieg der letzten vier Jahrzehnte verabschiedet und fortan mehr Wert legt auf Kooperation und die Verringerung des heimischen Konsums.

Brasilien: Einsatz für die Rechte der Roma
Am 24. Mai wurde zum vierten Mal in Brasilien der landesweite Tag der Roma begangen. Im Bundesparlament fand eine öffentliche Anhörung über die Situation der Roma in Brasilien statt. Die derzeit etwa 800.000 in Brasilien lebenden Roma sehen sich immer noch starken Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt. Die Pastoral für Nomaden der katholischen Kirche unterstützt die Roma in ihren Forderungen nach besserer Integrierung und Chancengleichheit.

Nicaragua: Internationales Abkommen für Indigene ratifiziert
Nicaraguas Parlament hat die ILO Konvention 169 ratifiziert, das einzige bindende Abkommen zum Schutz der Rechte indigener Völker. Nicaragua ist damit weltweit das 22. Land, das die Konvention ratifiziert. Die ILO-Konvention 169 legt die Rechte indigener Völker rechtlich verbindlich fest; inklusive dem Recht auf Land und Selbstbestimmung.

Ecuador: Gericht stoppt Wassergesetz
Ein überraschendes Urteil des Verfassungsgerichts hat das umstrittene Gesetz zur Wassernutzung in Ecuador vorerst auf Eis gelegt. Das Verfassungsgericht gab dem Einspruch einer Bürgergruppe recht, wonach die Regierung vor der Verabschiedung von Gesetzen über kollektive Rechte zunächst die davon betroffenen Volksgruppen befragen muss. Indígenas hatten das Gesetz kritisiert, weil es den multinationalen Bergbau- und Getränkekonzernen sowie der Exportlandwirtschaft Vorteile gewährt und den indigenen Gemeinden die Kontrolle über die Quellen entzieht.

Peru: Müttersterblichkeit deutlich gesunken
Die Müttersterblichkeitsrate in Peru ist in den vergangenen neun Jahren um fast 45 Prozent zurückgegangen. Das südamerikanische Land nähere sich damit dem Millenniumsziel der Vereinten Nationen (UN), bis 2015 die jährliche Rate auf 65 Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten zu senken, sagte Gesundheitsminister Oscar Ugarte.

Deutschland/Peru: Aachener Friedenspreis an Marco Arana
Der 47-jährige Priester Marco Arana aus der nordperuanischen Stadt Cajamarca ist mit dem diesjährigen Aaachener Friedenspreis geehrt worden. Arana verteidigt als Mitglied der Nichtregierungsorganisation GRUFIDES seit vielen Jahren die ökologischen und sozialen Rechte der armen Landbevölkerung gegen Yanacocha, das größte Goldbergwerk Südamerikas vor den Toren Cajamarcas.

Ecuador: 27.000 Kolumbianer legalisiert
Mehr als 27.000 in den Norden Ecuadors geflüchtete Kolumbianer haben im Laufe des vergangenen Jahres im Rahmen des Projekts „Enhanced Registration“ Ausweise erhalten. Dieses innovative Projekt war von dem Hohen Flüchtlingsrat der Vereinten Nationen mit der ecuadorianischen Regierung ausgearbeitet worden, um die Situation geflüchteter Kolumbianer in den entlegenen Regionen im Norden Ecuadors zu legalisieren.

Chile/Australien: Preis für Journalistin Mónica González Mujica
Die UNESCO hat der chilenischen Journalisten Mónica González Mujica den UNESCO/Guillermo-Cano-Preis für Pressefreiheit verliehen. González hatte trotz Bedrohungen und Inhaftierung über die Menschenrechtsverletzungen während der Pinochet-Diktatur berichtet. "Die Preisträgerin hat jahrelang unter schwersten Bedingungen die Pressefreiheit verteidigt", sagte UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokowa.

April:

Brasilien: Justiz ermittelt zugunsten Indigener
Der 19. April ist in Brasilien der "Tag der Indigenen". Grund genug für die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Rondonia eine Bilanz zu ziehen. Mehr als 160 Verfahren liegen ihr vor, in denen die Rechte der Indigenen in diesem Teil der Amazonasregion verletzt wurden, wie aus einem Bericht des katholischen Indianer-Missionsrates CIMI hervorgeht. Die Staatsanwaltschaft hat drei Staatsanwälte abgestellt, die mit ihrem Stab durch den Bundesstaat reisen und die Klagen der insgesamt 54 in Rondonia lebenden indigenen Völker vor Ort aufnehmen.

Kolumbien: Kirche hofft auf eine neue Chance nach Soldatenbefreiung
Mehr als zwölf Jahre dauerte das Martyrium des Pablo Emilio Moncayo in der Gefangenschaft der Guerilla-Organisation Farc, ehe der 31 Jahre alte Soldat in der Osterwoche endlich seine Eltern in die Arme schließen konnte. Die katholische Kirche hatte sich erstmals seit Jahren als Vermittler in dem Konflikt zurückgemeldet. Gemeinsam mit der oppositionellen Senatorin Piedad Cordoba gelang es ihr auf dem Verhandlungswege, die Freilassung des jahrelang verschleppten Moncayo zu erreichen. "Die Kirche steht zur Verfügung, zwischen allen beteiligten Gruppen, der Guerilla, den Paramilitärs, den Kartellen und dem Staat zu vermitteln. Eine friedliche Lösung ist der einzige Ausweg."

Brasilien: WHO plant Feldzug gegen "vergessene Krankheiten"
Millionen Menschen in Entwicklungsländern leiden an Krankheiten wie Malaria und Leishmaniose. Die Investitionen in die Erforschung wirksamer Medikamente sind mangelhaft. Ein Expertentreffen in Brasilien, von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation unterstützt, befasste sich mit der Frage, wie sich die medizinische Versorgung dieser vielen, meist armen Patienten bewerkstelligen lässt. Die Ergebnisse des Treffens in Rio de Janeiro sollen in einen globalen Bericht einfließen, dessen Veröffentlichung für 2011 geplant ist.

Deutschland: Umsatz für fair gehandelte Produkte gestiegen
Auch im sechsten Jahr in Folge ist der Umsatz mit fair gehandelten Produkten in Deutschland gestiegen. Deutsche Verbraucher hätten 2009 Fairtrade-Produkte im Wert von 267 Millionen Euro gekauft, teilte der Verein TransFair mit. Das ist ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei bleibt Kaffee das wichtigste Fairhandels-Produkt, gefolgt von Blumen, Fruchtsaft und Textilien aus Baumwolle. Vom fairen Handel profitieren vor allem über 800 Produzenten-Organisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika profitieren.

Weltweit: Malaria-Fälle weltweit zurückgegangen
Dank weltweit erhöhter finanzieller Mittel sterben derzeit jährlich 200.000 weniger Menschen an Malaria als noch vor sieben Jahren. „Wir begrüßen die Erfolge im Kampf gegen Malaria sehr. Sie zeigen, dass sich Investitionen auszahlen und wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt die Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des Welt-Malaria-Tages am 25. April. Malaria kann durch einfache und günstige Mittel effektiv bekämpft werden, wie beispielsweise durch imprägnierte Moskitonetze.

März:

El Salvador Gedenken an Erzbischof Romero
Zehntausende Menschen haben in ganz El Salvador an Gedenkveranstaltungen für den vor 30 Jahren ermordeten Erzbischof Oscar Romero teilgenommen. Wie von politischen Beobachtern erwartet, nutzte der Präsident von El Salvador, Mauricio Funes, die Gelegenheit, sich für die damalige unrühmliche Rolle des Staates beim Mordkomplott offiziell zu entschuldigen.

Brasilien: Weniger Menschen in Slums
Der Anteil der brasilianischen Bevölkerung, die in den Armenvierteln der großen Städte lebt, ist einem neuen UN-Bericht zufolge um 16 Prozent zurückgegangen. Das südamerikanische Land selbst bezweifelt zwar die Richtigkeit dieser Angabe, bestätigt aber eine generelle Verbesserung der Lebensbedingungen in den Slums. Wie Marcelo Neri von der Getulio-Vargas-Stiftung auf dem Weltstädteforum in Rio de Janeiro betonte, gibt es in Brasilien eine neue Mittelklasse, die bereits 50 Prozent aller Einkommen absorbiert. 1992 habe der Anteil noch bei einem Drittel gelegen. In den Jahren 2003 und 2008 sei es 32 Millionen Menschen gelungen, die soziale Leiter höher zu klettern.

Februar:

Haiti / Dominikanische Republik: Hilfe vom Nachbarn
Die Spendenbereitschaft in der Dominikanischen Republik ist – ungeachtet der historischen Spannungen zwischen den Nachbarn - nach dem Erdbeben in Haiti ungebrochen. Ein TV-Spendenmarathon in der Dominikanischen Republik hatte bereits rund eine Millionen US-Dollar eingebracht.

Lateinamerika / USA: Neue Pastoral für US-Latino-Katholiken geplant

Aufgeschreckt durch den dramatischen Anstieg der Zahl vorwiegend katholischer Einwanderer aus Mittel- und Südamerika hat in den USA ein Forum von Experten an der Fordham-Universität der Jesuiten in New York eine neue Pastoral für die Zukunft der Kirche in Nordamerika gefordert. Latinos, bisher nur als "Gäste am Tisch", würden schon in zwei Jahrzehnten die "Gastgeber" sein, so Peter Steinfels, Co-Direktor des Zentrums für Religion und Kultur an der Fordham-Universität.

Deutschland: Brasilianischer Film auf der Berlinale ausgezeichnet

Der Dokumentationsfilm "Waste Land" hat auf der diesjährigen Berlinale den Amnesty International Filmpreis und den Panorama Publikumspreis erhalten. Er dokumentiert die Arbeit des Künstlers Vik Muniz an einem Großprojekt in Rio de Janeiro. Muniz erstellt Skulpturen aus alltäglichen Materialien. Der Film zeigt die Entstehung einer Installation aus Müll im „Jardim Gramacho“, einer der größten Mülldeponien der Welt. Neben dem Protagonisten Muniz stellt der Film auch eine Reihe von einheimischen "catadores" vor, die ihre Existenz mit dem aufsammeln und recyceln von Müll bestreiten.

Januar:

Chile:Eröffnung des Museums der Erinnerung und der Menschenrechte

In Santiago de Chile wird das Museum der Erinnerung und der Menschenrechte (Museo de la memoria y los Derechos Humanos) eröffnet. Es dokumentiert den Staatsterror und den Widerstand vom Putsch am 11. September 1973 bis zur Volksabstimmung 1988, die der Diktatur ein Ende bereitete.

Argentinien: Freigabe von Dokumenten aus den Jahren der Militärdiktatur

Präsidentin Cristina Kirchner ordnet die Freigabe der bisher als „Staatsgeheimnis“ klassifizierten Dokumente der Streitkräfte aus den Jahren der Militärdiktatur (1976 bis 1983) an. Sie reagierte damit auf die Forderung eines Bundesgerichts nach einem Zugang zu Informationen über ein geheimes Folterlager in der Provinz Buenos Aires.

Zusammenstellung: Verena Hanf