Kolumbien |

Guerillas lassen ihre Geiseln frei

Trotz Freilassung der Geiseln will Präsident Duque mit der ELN nicht verhandeln. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher
Trotz Freilassung der Geiseln will Präsident Duque mit der ELN nicht verhandeln. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher

Die linke Guerillaorganisation ELN hat im Westen Kolumbiens sechs Geiseln frei gelassen. Drei Polizisten, ein Soldat und zwei Zivilisten, die Anfang August während einer Bootsfahrt verschleppt worden waren, wurden nun einer humanitären Kommission übergeben. Diese besteht aus Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), der katholischen Kirche und einem Obudsmann. Nach eigenen Angaben haben die Rebellen damit keine entführten Menschen mehr in ihrer Gewalt.

 

Die Regierung des konservativen Präsidenten Iván Duque behauptet jedoch, die "Nationale Befreiungsarmee" (ELN) halte noch immer zehn Menschen fest. Sie hatte die Freilassung sämtlicher Geiseln zur Bedingung für die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit den Rebellen gemacht. Duque fordert zudem ein Ende jeglicher krimineller Aktionen der Gruppe.

 

Die wiederholte Entführung von Sicherheitskräften und Zivilisten behindert die Verhandlungen über ein Friedensabkommen zwischen der ELN und der Regierung. Ex-Staatschef Juan Manuel Santos hatte die Gespräche mit den Aufständischen Anfang 2017 begonnen. Seit dem Friedensvertrag mit den FARC-Rebellen ist die ELN mit ihren rund 1500 Kämpfern die letzte aktive Guerillaorganisation Kolumbiens.

 

Quelle: Deutsche Welle, rb/kle (afp, dpa, epd)