Kolumbien |

Guerilla kündigt nach Anschlag Waffenruhe an

Nur einen Tag nach einem verheerenden Bombenanschlag mit acht Toten hat die linksgerichtete kolumbianische Guerilla-Organisation FARC einen einseitigen Waffenstillstand angekündigt, der ab dem 15. Dezember beginnen soll. Zuvor hatten die Rebellen vor einer Polizeiwache im Südwesten des Landes eine Autobombe gezündet, wie einheimische Medien berichteten. Bei dem Attentat kamen acht Menschen ums Leben.

"Dieser Anschlag wird nicht dazu beitragen, den Boden für einen Friedensdialog zu bereiten", sagte Bischof Luis Augusto Castro Quiroga dem Radiosender Caracol am Sonntagabend (Ortszeit). Jedes dieser Attentate müsse die Menschen weiter aufrütteln, um für den Frieden, das Leben, die Brüderlichkeit und den Respekt vor den unterschiedlichen Meinungen zu kämpfen, so der Oberhirte von Tunja.

Die Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der Guerilla hatten Mitte Oktober 2012 in Oslo begonnen und werden seitdem in Etappen in Havanna fortgesetzt. Seitdem haben sich beide Seiten auf eine Agrarreform und die Integration der FARC in das politische System verständigt. Vier weitere Punkte, darunter der Drogenhandel und die Entschädigung der Opfer, stehen noch auf der Verhandlungsagenda. Ziel ist es, den jahrzehntelangen bewaffneten Konflikt im Land zu beenden.

Die FARC entstand 1964. Mit rund 9.200 Kämpfern ist sie die größte lateinamerikanische Rebellenorganisation. Ihr werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die EU stuft sie als Terrororganisation ein. Neben den FARC sind auch rechtsgerichtete Paramilitärs und die Armee für schwere Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien verantwortlich.

Quelle: KNA.