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Guaraní-Aktivist erhält Morddrohung

Der bekannte paraguayische Anthropologe und Guaraní-Aktivist Tonico Benites ist am 16. April im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul, im Grenzgebiet zu Paraguay, überfallen worden. Benites, der mit seiner Familie reiste, berichtet, er sei von einem Mann, der zwei Revolver bei sich trug, ausgeraubt worden. Der Täter, der ihm das Geld stahl, habe ihm vorgeworfen, in der von heftigen Landkonflikten erschütterten Region für „Chaos“ zu sorgen. Sollte Benites seine Aktivitäten nicht unverzüglich einstellen, werde er „alles verlieren“ – auch sein Leben. Die Menschenrechtsorganisation Survival International, die sich für die Rechte indigener Völker einsetzt, hat den Vorfall publik gemacht. Die brasilianische Bundespolizei ermittelt. Erst nachdem der Fall in sozialen Netzwerken verbreitet worden war, erklärte sich auch die brasilianische Indigenenbehörde Funai.

Gewalttätern die Stirn bieten

Tonico Benites beschäftigt sich mit den Landkonflikten zwischen indigenen Gemeinschaften und Landbesitzern in Brasilien. Die Guaraní haben ihr traditionelles Gebiet an Fazendeiros und Zuckerrohr-Plantagen verloren. Viele der verdrängten Indigenen leben unter menschenunwürdigen Bedingungen in provisorischen Lagern am Rande der Landstraßen. Gegenüber Survival International erklärte Tonico Benites, er gehöre untrennbar zum Land der Guaraní. Hier sei er geboren und aufgewachsen, und hier werde er auch sterben. Er setze den Kampf für eine würdige Zukunft seines Volkes unbeirrt fort. Benites fordert die brasilianische Regierung auf, endlich die Demarkierung indigener Gebiete abzuschließen und die Verbrechen von Landbesitzern gegen Indigene zu bestrafen. Drohungen und Gewalt sind an der Tagesordnung gegen all jene, die das Recht auf ihr traditionelles Land einfordern. (bs)