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Guarani-Kaiowas klagen über Gewalt

Repräsentanten des Stammes der Guarani-Kaiowa-Indios haben die zunehmende Gewalt gegen die Ureinwohner Brasiliens beklagt. In ihrem Bundesstaat, Mato Grosso do Sul, gelegen im Zentral-Westen des Landes, würde die massive Förderung der industriellen Landwirtschaft immer mehr das Überleben der Indios gefährden, berichtet der Indio-Missionsrat der katholischen Kirche, CIMI, auf seiner Webseite.

Im Jahre 2006 wurden in Mato Grosso do Sul 28 Indios ermordet, 2007 stieg diese Zahl auf 53 an; in 2008 lag sie bei 42. Die Gewalt ginge von Landbesitzern aus die versuchten Indioland sich einzuverleiben um es landwirtschaftlich zu nutzen. In der Region vollzieht sich derzeit eine rasante Ausdehnung von Zuckerrohrplantagen, die Ethanol für Brasiliens Treibstoffmarkt produzieren. Während diese Zuckerrohrplantagen oftmals eine Größe von 30,000 Hektar oder mehr erreichen, leben die gut 18,000 Guarani-Kaiowas auf gerade einmal 3,000 Hektar in dem ihnen zugeteilten Reservat "Dourados".

Die Repräsentanten des Stammes beklagten sich zudem über die Ungleichbehandlung von Indios in den Justiztribunalen. So würden Prozesse gegen Indios im Eilverfahren durchgezogen. Handelt es sich jedoch um einen Prozess in dem die Interessen der Indios vertreten würden, so schleppten sich diese Prozesse über Jahre durch die Rechtswege. "Alle bleiben unbehelligt bis die Verbrechen verjährt sind. Das ist nicht normal," klagt Valdelice Veron, deren Urgroßvater, Großvater, Vater und
zwei Arbeitskollegen ermordet wurden, ohne dass die Justiz tätig wurde. "Sie erwarten von uns dass wir aufhören Indios zu sein. Aber wir werden stets Indios bleiben." (milz)