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Guarani-Anführer ermordet

Ambrosio Vilhalva, Guarani-Anführer und Filmstar, ist ermordet worden. Wie die Polizei des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso do Sul am Dienstag, 3. Dezember, mitteilte, wurde Vilhalva am Sonntag in seiner Gemeinde Guyra Roká, unweit der Grenze zu Paraguay, tot gefunden. Berichten zufolge ist er erstochen worden. In den letzten Monaten sei der 53-Jährige mehrfach bedroht worden, berichtet Survival International.

Jahrzehntelange hatte sich der Guarani-Kaiowá-Indianer für die Landrechte seines Volkes eingesetzt. Weltweit bekannt wurde Vilhalva durch seine Rolle im preisgekrönten Spielfilm „Birdwatchers. Das Land der roten Menschen“, der den Kampf der Guarani um ihr angestammtes Land zeigt. Bedroht wird ihr Land vor allem durch Holzfirmen, Viehzüchter, Zuckerrohrfarmer und Siedler. Auf internationalen Reisen sprach Vilhalva über die Notlage der Guarani und forderte von der brasilianischen Regierung den Schutz des Guarani-Landes, zu dem sie rechtlich verpflichtet ist.

Hintergründe und Folgen

Die Hintergründe des Mordes sind bisher noch unklar. Der brasilianischen Tageszeitung Folha de São Paulo zufolge vermute die Polizei, interne Streitigkeiten in der Gemeinde, angeregt durch starken Alkoholkonsum, hätten die Tat ausgelöst. Wie die Zeitung berichtet, habe die Polizei den Schwiegervater von Vilhalva, Ricardo Quevedo, festgenommen. Quevedo leugnet die Tat.

Der Mord von Vilhalva löste Demonstrationen von Nichtregierungsorganisationen aus, wie dem „Conselho Indigenista Missionário“ (Indigenen-Missionsrat), die mit der Bewegung zur Rückgewinnung indigener Territorien verbunden sind, berichtet Folha de São Paulo. (cw)