Brasilien |

Guaran?­ von Bewaffneten bedroht

Eine große Gemeinschaft von dem Volk der Guaraní in Brasilien wird von bewaffneten Männern festgehalten. Dies berichtet die Menschenrechtsorganisation Survival International. Die Männer seien von Viehzüchtern angeheuert worden und blockierten seit einem Monat den Zugang zu Lebensmitteln und Wasser sowie die medizinische Versorgung der Indigenen.

Die bewaffneten Männer hätte begonnen, die Mitglieder der Guarani Gemeinschaft der Ypo’i zu bedrohen, nachdem diese auf ihr angestammtes Land zurückgekehrt seien. Dies sei von der Triunfo („Triumph“) Ranch besetzt. Die Männer erlaubten niemandem das Gebiet zu betreten oder zu verlassen.

Obwohl die Indigenengemeinschaft um polizeiliche Unterstützung und medizinische Hilfsversorgung gebeten habe, bleibe sie weiterhin belagert. Laut Berichten hat sich ein Team der brasilianischen Gesundheitsbehörde aus Sicherheitsgründen geweigert, die Gemeinschaft zu besuchen. Weiter wird berichtet, dass der einzige Besuch der Behörden von einem Team der brasilianischen indianerbehörde FUNAI kam, um Nahrungspakete zu liefern.

Survival International rief die Behörden Brasiliens dazu auf, umgehend polizeiliche Unterstützung zur Verfügung zu stellen, um die Belagerung zu beenden.

In einer Pressemitteilung berichtet die Organisation von den schwierigen Lebensbedingungen der Guaraní:

„Als die Guarani von Ypo´i im Oktober des letzten Jahres versuchten auf ihr Land zurückzukehren, wurden sie gewalttätig von bewaffneten Männern angegriffen. Die Leiche eines Guarani, Genivaldo Vera, wurde später aufgefunden.

Dieser Konflikt ist nur einer von vielen, welche sich in dem südlichen Bundesstaat von Mato Grosso do Sul abspielen. Viele Guarani versuchen kleine Teile ihre angestammten Landes zurückzugewinnen, während sich wohlhabende Viehzüchter und Farmer oft gewalttätig dagegen wehren.

Der Großteil der Guarani lebt derzeit in überfüllten Reservaten oder in notdürftigen Lagern an Straßenrändern. Die Situation wurde kürzlich in dem Film „Birdwatchers“ dargestellt.

Letzten Monat richteten Anführer der Guarani einen Brief an Präsident Lula: „Sicherlich möchten Sie als ein guter Präsident dieses Landes und für die Menschheit in Erinnerung gehalten werden und nicht dafür, dass Sie unser Volk in den Untergang getrieben haben. Wenn Sie unser Land nicht demarkieren, wird dies leider fortgesetzt.“