Bolivien |

Guaran?­-Volk "entzieht" Repsol und British Gas Explorationserlaubnis

Der spanische ölkonzern Repsol muss mit erheblichen Widerstand bei seinen Explorationsvorhaben in Bolivien rechnen. Die Angehörigen des indigenen Guaraní-Volkes haben entschieden, den Europäern sowie allen anderen Unternehmen die Erlaubnis zu verweigern, in ihrem Territorium entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Der Präsident der Versammlung des Guaraní-Volkes sagte dem Radiosender Erbol, die Angehörigen seines Volkes hätten die Entscheidung bereits in der vergangenen Woche gefällt. Sie sei bereits rechtsgültig.

Hintergrund der Entscheidung sei die Sorge um das kulturelle Erbe und die natürliche Heimat des Volkes. Bereits im Jahr 2007 hat das spanisch-argentinische Unternehmen Repsol YPF als Betriebsführer eines internationalen Konsortiums in der Region Tentayapi Gasvorkommen entdeckt, die vom Volumen etwa einem Prozent des Jahresverbrauchs aller spanischen Haushalte entsprechen soll.

Neben Repsol YPF (37,5%) gehören auch British Gas (37,5%) und Panamerican Energy (25%) zu den Konsortiumspartnern. Juristisch hat die Entscheidung des Guaraní-Volkes keine Folgen für die betroffenen Unternehmen, da der bolivianische Staat über die Konzessionen entscheidet. Allerdings dürfte das "Explorationsverbot" der Startschuss für Aktionen des Widerstandes liefern.

Auch eine andere Entscheidung fällte die Guaraní-Versammlung. Die Ureinwohner haben den Notstand ausgerufen, da die Regierung von Präsident Evo Morales vorhabe, auf ihrem Territorium Wasserkraftwerke zu errichten. Das Guaraní-Volk bitte daher nationale und internationale Organisationen um Hilfe, um die Rechte der indigenen Bevölkerung Boliviens zu schützen. (tk)