Peru |

Grünes Licht für zwei weitere Jahre illegalen Bergbau

Die peruanische Regierung hat angesichts anhaltender landesweiter Proteste von Unternehmern und Arbeitern des so genannten „informellen Bergbaus“ gestern ein Dekret verabschiedet, wonach der illegale Bergbau für weitere zwei Jahre straffrei betrieben werden kann, wenn sich die Betreffenden in einen Legalisierungsprozess begeben. Dies hatten die Protestierenden seit Dienstag mit einem unbefristeten Streik gefordert.

Demnach können nun informelle Bergarbeiter weiterhin illegal Gold schürfen und damit handeln, wenn sie ihre Legalisierung beim staatlichen Unternehmen „Activos Mineros S.A.“ angehen. Das Unternehmen wurde exklusiv mit dieser Aufgabe betraut, um den Modernisierungsprozess des "informellen Bergbaus" voranzutreiben, heißt es in dem entsprechenden Erlass.

Toter bei Straßenblockade

Die Minenarbeiter hatten bei ihren Protesten auch die wichtige Überlandstraße Panamericana Sur blockiert. Dabei war nach lokalen Presseberichten ein 60 Jahre alter Mann in der Nähe der Stadt Arequipa an einem Herzinfarkt gestorben als er versuchte, die Blockade zu Fuß zu umgehen.

Im März hatte das Parlament eine Bestimmung verabschiedet, wonach illegaler Bergbau in legalen Konzessionsgebieten mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden kann und Legalisierungsmaßnahmen beschlossen. Diese würden jedoch nicht ausreichend umgesetzt, kritisierte der Vorsitzende des Dachverbandes der informellen Minenarbeiter, Hernán de la Cruz. Bergbauminister Jorge Merino Tafur erklärte hingegen, es gäbe zahlreiche Betreiber und Arbeiter in illegalen Minen, die „den Status Quo und die Gesetzlosigkeit der vergangenen Jahre“ einer Legalisierung vorzögen und deshalb protestierten, wie die peruanische Zeitung „El Comercio“ berichtet.

Schätzungen zu Folge sind landesweit rund 150.000 Menschen im informell genannten Bergbau tätig, 30.000 davon allein im Department Madre de Dios. Diese Provinz ist für ihre große Artenvielfalt und Biodiversität bekannt. Der unkontrollierte Goldabbau hat das ökologische Gleichgewicht vor Ort bereits stark gefährdet. Zum einen bedroht das Auswaschen und Ausbaggern der Flussbette, die Natur der Region, zum anderen wird dabei hochgiftiges Quecksilber verwendet. Nach Angaben des peruanischen Umweltministeriums wurden durch den illegalen Bergbau in Madre de Dios bisher mindestens 20.000 Hektar Wald zerstört. (bh)