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'Grüne' Wirtschaft erfordert Respekt vor indigene Rechten

Will die internationale Gemeinschaft wirksam gegen Klimawandel und Artenschwund vorgehen, muss sie endlich die Rechte der indigenen Völker respektieren. Dies fordert das Ständige Forum über indigene Angelegenheiten in New York, das die Rechte der weltweit 370 Millionen Indigene vertritt.

"Die Regierungen präsentieren sehr gute Studien und Informationen, doch sind sie nicht für uns gedacht", sagte Marcos Terena, ein prominenter brasilianischer Indigenenführer an Rande des Forumstreffens in New Treffen. "Sie sprechen mit São Paulo, New York und der Weltbank, doch nicht mit uns." Vereinten Nationen und ihre Mitgliedsstaaten gehe es im Umgang mit der Natur vor allem darum, wie sich die Natur am besten ausbeuten lasse, beklagte Terena auf der Tagung, die bis zum 27. Mai dauert. "Der Übergang zu einer nachhaltigen grünen Wirtschaft wird nicht funktionieren, solange die Menschheit die Rechte von Mutter Erde ignoriert."

Victoria Tauli-Corpuz, die das UN-Forum fünf Jahre lang geleitet hatte, spricht den meisten Regierungen den politischen Willen ab, die Rechte indigener Völker durchzusetzen. "Dabei sollten sie verstehen, dass die Förderung der indigenen Rechte in ihrem eigenen Interesse liegt. Es wird Zeit für die ehemaligen Kolonialmächte, von den Ureinwohnern zu lernen, die Gesetze der Natur zu achten."

Umweltschutz sei Teil der Kultur und Werte traditioneller Gesellschaften, meinte Ahmed Djoghlaf von der UN-Konvention für biologische Vielfalt. Obwohl die Konvention die Bedeutung indigenen Wissens anerkenne, machten die Vertragsstaaten selbst keine Anstalten, das indigene Wissen zum Wohl der Menschheit einzusetzen.

Das Gegenteil sei der Fall, hieß es auf der zehnten Sitzung des Ständigen Forums, einer UN-Einrichtung. Seit 2007, der Annahme der Erklärung über die Rechte indigener Völker durch die UN-Vollversammlung klagen ethnischen Gemeinschaften immer häufiger über Rechtsverstöße durch Staaten und Unternehmen.

Quelle: IPS