Argentinien, Chile |

"Großmütter der Plaza de Mayo" identifizieren Baby Nr. 109

Die argentinische Organisation der „Großmütter der Plaza de Mayo“ (Abuelas de Plaza de Mayo) hat gestern die Identifizierung des 109. von insgesamt 500 während der argentinischen Militärdiktatur (1976-83) vom Staat "geraubten" und zur Adoption freigegebenen Babys bekannt gegeben.

Demnach handelt es sich bei Baby 109 um den heute 37-jährigen Chilenen Pablo Germán Athanasiu Laschan, der am 15. April 1976 im Alter von fünfeinhalb Monaten im Rahmen des „Plan Cóndor“ mit seinen Eltern von Sicherheitskräften entführt worden war. Die Eltern waren vor der chilenischen Militärdiktatur von Augusto Pinochet nach Argentinien geflüchtet.

„Pablo Germán wurde nach der Entführung seiner Eltern als leibliches Kind eines Ehepaares registriert, dass sehr enge Verbindungen zur Militärdiktatur hatte“, so die Menschenrechtsorganisation in ihrer Erklärung.

Eltern waren Aktivisten der chilenischen Linkspartei MIR

Während der Militärdiktatur wurden die Kinder von entführten oder ermordeten Regimegegnern häufig von Ehepaaren adoptiert, die der Diktatur sehr nahe standen. Die Organisation „Großmütter der Plaza de Mayo“ hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, diese Kinder wieder zu finden.

Die leiblichen Eltern, Frida Laschan Mellado und Angel Athanasiu Jara waren in der linken chilenischen Partei MIR aktiv. Frida Latschan war während der sozialistischen Allende-Regierung in der Behörde zur Agrarreform (Cora) tätig gewesen.

Angehörige der Familien Athanasiu und Laschan hatten seit der Entführung mehrere Anzeigen gestellt und sowie nach Buenos Aires gereist, um den Verbleib des Kindes und des Ehepaares zu klären. Die Abuelas de Plaza de Mayo hatten Pablo Germán im vergangenen April kontaktiert. Eine genetische Analyse ergab eine Übereinstimmung von 99,99 Prozent mit den Familien Athanasiu und Laschan. (bh)

Weitere Nachrichten zu: