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Gröüte Kokaproduzenten weltweit

Peru hat im abgelaufenen Jahr im Ranking der größten Kokaproduzenten weltweit zu Kolumbien aufgeschlossen. Das gab die UNO am Donnerstag bei der Vorstellung des Weltdrogenberichts 2010 in New York bekannt. „Beide Länder sind gleichauf“, sagte Thomas Pietschmann, einer der Co-Autoren der Studie, die unter anderem auf Satellitenbildern basiert. Zurückzuführen sei dies auf einen Rückgang der Anbaufläche des Kokastrauchs in Kolumbien, die 2010 einen Tiefststand von 62.000 Hektar erreichte, und einen leichten Anstieg um zwei Prozent in Peru auf 61.200 Hektar. Bolivien produzierte schätzungsweise auf 30.900 Hektar Koka, 12.000 davon sind legalisiert für den traditionellen Konsum wie Kauen, indigene Zeremonien und Tees.

Insgesamt sei die Koka-Anbaufläche regional seit 2008 um 18 Prozent zurückgegangen, die Kokainproduktion blieb in etwa gleich. Gesunken ist aber die Nachfrage, zurückzuführen unter anderem auf die Konkurrenz durch synthetische Drogen. Die meisten Kokainkonsumenten leben weiterhin in den USA, wo 157 Tonnen jährlich konsumiert werden, gefolgt von Europa, das 123 Tonnen pro Jahr konsumiert. Die geschätzten Gewinne aus dem illegalen Drogengeschäft sind aber fast gleich: 37 Milliarden Dollar in den USA und 36 Milliarden in Europa. Zurückzuführen ist dies auf die höheren Preise für Kokain in Europa durch den weiteren Transport.

Seine Hochphase hatte Kokain den Experten zufolge Mitte der 90er Jahre; seither sinken die Preise und der Absatz, so dass die Gewinne für die Mafia von 165 Milliarden auf 85 Milliarden Dollar zurückgingen.(sw)