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Gipfeltreffen der indigenen Völker

In der brasilianischen Stadt Manaus hat am Montag der südamerikanische Gipfel der indigenen Völker im Amazonasgebiet begonnen. Unter dem Motto „Wissen der Ahnen und erfülltes Leben in Harmonie mit dem Wald“ haben sich zahlreiche Vertreter indigener und internationaler Organisationen für vier Tage in der Hauptstadt des Bundestaates Amazonas eingefunden. Die Konferenz soll eine Dialog-Plattform zwischen den Repräsentanten der indigenen Völker, die in dem Gebiet leben, Regierungen sowie internationalen Organisationen darstellen, so die Veranstalter. Über den Austausch von traditionellem Wissen und Erfahrungen sollen praktische Maßnahmen zur Erhaltung des Waldes im Einklang mit den Rechten der Ureinwohner diskutiert und beschlossen werden. Das Gipfeltreffen steht im Zeichen des von den Vereinten Nationen (VN) erklärten internationalen Jahr des Waldes. Es wurde von der Koordinatorin der indigenen Organisationen des Amazonasbeckens (COICA) einberufen.

REDD+ Programm zentrales Thema des Gipfels

Neben der Vorbereitung von anstehenden internationalen Konferenzen zum Thema Klimawandel- wie Rio +20 und COP 17- ist vor allem die kontrovers diskutierte REDD+ Initiative (Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern) ein zentrales Thema des Gipfeltreffens. REDD+ ist ein internationaler Ansatz, der finanzielle Anreize für den Schutz von Wäldern vorsieht. Innerhalb der geschätzten 390 indigenen Gemeinden des Amazonasgebiets, gibt es bisher keinen Konsens zu dem Programm. Einzelne Dörfer nehmen bereits daran teil, aber es wird auch kritisiert, dass die Industrieländer mit dem Ansatz das Reduzieren der eigenen Emissionen umgehen möchten. Vor diesem Hintergrund hat die COICA einen Vorschlag zu Bedingungen für REDD+ in indigenen Gemeinden unterbreitet. Unter anderem gehören dazu das Prinzip des kollektiven Handelns, die Anwendung des Konsultationsverfahrens, eine Ablehnung von monokulturellen Projekten sowie eine gesetzliche Konsolidierung der indigenen Territorien. (aj)