Kolumbien |

Gezielte Tötungen von fünf Indigenen in Cauca

Nach dem Mord an fünf indigenen Männern in der kolumbianischen Region Cauca letzte Woche, haben Opfer die rasche Untersuchung der Taten gefordert. Vergangenen Dienstag, 14. April, hatten bewaffnete Männer im Norden von Cauca ihre fünf Opfer gezielt erschossen. Drei Männer waren am Freitag, 17. April, mit Kopfschüssen in der Ortschaft Agua Bonita in der Gemeinde Suárez tot aufgefunden worden. Zwei weitere Leichname wurden in der Ortschaft La Honda gefunden, so die Tageszeitung El País.

Der Fall war von der Indigenen Cabildo-Versammlung Cauca (ACIN) bekannt gemacht worden, die Ermordeten waren Verwandte und Mitglieder des traditionellen politischen Gremiums. Bei den Opfern aus Agua Bonita handelt es sich um Mario Germán Valencia Vallejo, Belisario Tróchez (beide 48 Jahre) und Cristian David Tróchez (18 Jahre). Die Toten aus La Honda heißen Barney Tróchez (43 Jahre) und Wilson Albeiro Tróchez (39 Jahre), so El País. "Die Gemeindemitglieder wurden aus ihren Häusern auf einen weißen Geländewagen gezerrt und 20 Fahrminuten von ihrem Wohnort entfernt ermordet", so ein ACIN-Sprecher.

Alle Opfer hätten "Schüsse in den Kopf" aufgewiesen, hieß es weiter. "Die Gemeinde hat große Angst und zieht es vor zu Schweigen", berichtete Héctor Fabio Dicué vom Indigenen-Cabildo über Morddrohungen vor der Tat. "Was die Urheberschaft der Morddrohungen betrifft vermuten wir, dass es Mitglieder krimineller Banden wie die "Los Rastrojos" sind", so Dicué. In der Cauca-Region geraten Indigene regelmäßig zwischen die Fronten von FARC-Guerilla, Paramilitärs, Streitkräften und Anti-Drogeneinsätzen. Am 14. April 2015 waren in Cauca elf Armee-Soldaten bei einem FARC-Angriff getötet worden. (bb)