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Gewerkschaftlich engagierter Landarbeiter erschossen

Der brasilianische Landarbeiter und Gewerkschaftsanführer Raimundo Alves Borges ist am 14. April in der Gemeinde Buriticupu im nordöstlichen Bundesstaat Maranhão erschossen worden. Die vermummten Täter richteten die Schüsse von einem Motorrad aus auf Raimundo, als dieser sich gegen 18 Uhr seinem Haus näherte. Er starb sofort. Seine Mörder gingen mit besonderer Heimtücke vor, indem sie Baumteile auf die Straße gelegt hatten, um das Fahrzeug zum Stillstand zu bringen. Als Raimundo die Hindernisse entfernte, wurde das Feuer eröffnet.

Opfer klagte gegen kriminelle Landhändler

Der auch als „Cabeça“ (Kopf) bekannte Aktivist hatte zahlreiche Klagen gegen Kriminelle angestrengt, die Land kauften und verkauften, das für Siedlungsprogramme im Rahmen der Agrarreform bestimmt war. Maranhão ist der gewalttätigste Bundesstaat in Brasilien, was Agrarkonflikte betrifft. Raimundo war bereits das 247. Todesopfer in 25 Jahren. Die Landpastorale von Maranhão zählte allein für das vergangene Jahr 243 Agrarkonflikte. Gegen mehr als 100 Menschen wurden Morddrohungen ausgesprochen.

Basisgemeinden fordern vom Staat Schutz

Raimundo engagierte sich auch in den Basisgemeinden des Bistums Viana. Speziell die Gemeinde Buriticupu beklagte in der Vergangenheit immer wieder Todesopfer. Die Basisgemeinden rufen die Regierung von Maranhão, die Sicherheitskräfte und die Justiz dazu auf, die Mörder von Raimundo dingfest zu machen und ihrer Strafe zuzuführen. Außerdem müsse ein für alle Mal entschieden werden, wem umstrittenes Land gehöre, und wer es entsprechend nutzen dürfe. Zu Gunsten all jener, die Land dringend benötigten, um davon zu leben. (bs)