Kolumbien |

Gewerkschaftler von Nestlé ermordet

Ein Arbeiter einer Fabrik des börsennotierten Nahrungsmittelherstellers Nestlé und langjähriges Mitglied in der Nahrungsmittelgewerkschaft Sinaltrainal in der Stadt Bugalagrande im Bundesstaat Cauca del Valle ist am Wochenende von Unbekannten erschossen worden. Der 51 Jahre alte Óscar López Triviño sei von Auftragsmördern in der 5. Straße, Ecke 8. Hauptstraße der Ortschaft mit sechs Schüssen getötet worden, berichtet die Tageszeitung „El País“ .

Der von seinen Freunden „La Iguana“ genannte Nestlé-Angestellte sei noch am Tatort seinen Verletzungen erlegen. „Das ist ein sehr ernst zu nehmender Vorgang, wenn man bedenkt, dass der Kollege ein Gewerkschaftsmitglied war“, erklärte Sinaltrainal-Vize José Onofre Esquivel Luna sein Beileid. Seit einer Woche befinden sich die Angestellten der Fabrik im Hungerstreik, sie fordern von Nestlé die Einhaltung der allgemeinen Arbeitsbestimmungen.

Einer Pressemitteilung auf der Sinaltrainal-Webseite zufolge würden die Streikenden Morddrohungen erhalten. „Ihr verdammten Guerilleros geht Nestlé weiter auf die Nerven, keine Gnade mehr, wir werden euch Kommunisten von Sinaltrainal alle umbringen“, wird eine SMS an die örtlichen Gewerkschaftsführer zitiert. Als Absender der Morddrohung firmiert die rechtsgerichtete Paramilitärgruppe „Urabeños“.

Nestlé-Chef in Kolumbien, Manuel Andrés Kornprobst, lehnt die Forderungen der Gewerkschaft laut Sinaltrainal weiterhin ab. Die Gewerkschaft würde allein „dem guten Namen des Unternehmens“ schaden und „die Qualität der Produkte“ beeinträchtigen wollen, zitiert Sinaltrainal den Verwalter des multinationalen Unternehmens aus der Schweiz. Kolumbien ist das Land mit den weltweit am meisten ermordeten Gewerkschaftlern. (bb)