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Gewaltwelle in Sao Paulo

Die brasilianische Millionenmetropole Sao Paulo wird seit mehreren Monaten von einer ansteigenden Welle der Gewalt heimgesucht. Allein in den vergangen zwei Wochen wurden 140 Menschen in der Stadt umgebracht. Nach Angaben der örtlichen Behörden werden inhaftierte Mitglieder der berüchtigten Gang „First Capital Command“ verdächtigt, verantwortlich für die massive Zunahme an Gewalttaten zu sein. Sie würden Mobiltelefone in die Zellen schmuggeln und von dort aus Drogenhandel und Angriffe auf verfeindete Banden anordnen.

Weiterhin seien es vor allem Polizisten, die ins Visier von „First Capital Command“ geraten seien. Als Antwort auf eine große Razzia im Zusammenhang mit dem Drogenschmuggel hätten Gangmitglieder aus dem Gefängnis heraus angeordnet, mehrere Polizisten zu erschießen. Aufgrund des erhöhten Sicherheitsrisikos für die Bevölkerung von Sao Paulo, haben in den letzten Wochen Geschäfte und Schulen früher geschlossen als gewöhnlich. „In Anbetracht der Gewaltwelle vor allem im Süden der Stadt haben die entsprechenden Schuldirektoren beschlossen, Angestellte und Schüler früher nach Hause zu schicken, um ihre Sicherheit zu garantieren“, erläuterte Eliana Valerio de Souza von der Verwaltung einer Trainingsschule.

Regierung stärkt örtliche Polizei

Die lokale Regierung hat bereits vor einer guten Woche angekündigt, die örtliche Polizei stärken zu wollen. So gab der Justizminister Jose Eduardo Cardoso die Gründung eines speziellen Zentrums bekannt, welches die Bemühungen auf nationaler und lokaler Ebene koordinieren soll. Sao Paulos Gouverneur Geraldo Alckmin sagte weiterhin zu, die verdächtigen inhaftierten Gangmitglieder in Hochsicherheitsgefängnisse zu verlegen, um jeglichen Kontakt zur Außenwelt zu vermeiden. Die Verantwortlichen entschieden sich dagegen, das Militär in die am meisten betroffenen Teile der Stadt zu entsenden. (aj)