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Gewaltwelle gegen Journalisten

In Lateinamerika nimmt die Gewalt gegen Journalisten offenbar zu. Nach Angaben der Interamerikanischen Vereinigung der Presse (IAPA) von Montag (Ortszeit) wurden in den vergangenen sechs Monaten 13 Medienvertreter auf dem Subkontinent ermordet. Es handele sich um die schlimmste Welle der Gewalt seit Jahren, hieß es auf einer Sitzung der IAPA auf der karibischen Insel Aruba. Morde, Entführungen und Drohungen unterhöhlten die Freiheit und das Informationsrecht der Presse.

Der jüngste Mordfall ereignete sich den Angaben zufolge vergangenen Freitag in Kolumbien. Dort habe ein Killerkommando einen Journalisten beim Lesen auf der Terrasse seines Hauses erschossen. Er habe über Verbindungen paramilitärischer Truppen zu Politikern und Unternehmern berichtet. Weiter wurden laut IAPA vom 18. Februar bis 3. März in Mexiko acht Journalisten entführt. Drei tauchten später wieder lebend auf. Einer von ihnen sei jedoch an den Folgen der offensichtlichen Misshandlungen gestorben.
In den Ländern Argentinien, Bolivien, Venezuela und Honduras leiden die Journalisten der IAPA zufolge immer mehr unter anhaltenden verbalen Angriffen und Druck seitens der Regierungen. Diese unterdrückten und manipulierten die Medien zwar nicht mehr wie früher mit Waffen. Aber vor allem populistische Regierungen änderten einfach nach Gutdünken und zu ihrem Vorteil Gesetze, um die Pressefreiheit einzuschränken, hieß es.

Auch Kuba unterdrücke massiv die Pressefreiheit. 27 Journalisten befänden sich dort derzeit in Haft. Einige von ihnen hätten ernsthafte gesundheitliche Probleme. Die IAPA bezeichnete die Tendenz in Lateinamerika insgesamt als alarmierend. Journalisten würden in ihrer Arbeit wieder vermehrt bedroht und eingegrenzt. Seit dem Jahr 2000 wurden den Angaben zufolge auf dem Subkontinent 60 Journalisten umgebracht.

Quelle: kna