Ecuador |

Gewaltsamer Konflikt um Staudammprojekt

Der Verband der indigenen Völker Ecuadors (Conaie) hat sich in einem Kommunique gegen Vorwürfe von Präsident Correa verwehrt, die Vereinigung habe zur Gewalt bei der Räumung eines Protestcamps in der Stadt Chone angestachelt. Bei der Räumung am 18. Oktober waren 500 Polizisten im Einsatz. Dabei wurden unter anderem zwei Frauen verletzt und zwei Kinder verschwanden. Der 73-jährige Gemeindevorsteher Alfredo Zembrano wurde bei den Auseinandersetzungen mit der Polizei mehrfach am Kopf verletzt und festgenommen.

Präsident Correa hatte die Conaie beschuldigt, Vertreter in das Camp entsandt zu haben. Dies wies der Verband entschieden zurück und erklärte sich gleichzeitig solidarisch mit dem Volk der Montubio, die sich gegen das Staudammprojekt Chone am Fluss Rio Grande wehren. Es würde etwa 6.000 Hektar fruchtbares Ackerland überschwemmen und mehr als 2.000 Familien würden dadurch ihre Ernährungsgrundlage verlieren, so die Conaie.

Vorherige Konsultation blieb aus

Der Indigenenverband wirft seinerseits der Regierung vor, für den Fortgang der Auseinandersetzungen allein verantwortlich zu sein, da das Recht auf freiwilliger vorherige und informierte Konsultation der Indigenen nicht eingehalten worden sei. Stattdessen sei mit “Druck, Erpressung und Gewalt” agiert worden. Die Conaie rief Präsident Correa auf, den Dialog zu suchen und sich für eine friedliche Lösung des Konflikts einzusetzen.

Das Staudammprojekt hat ein Investitionsvolumen von rund 46 Mio. US-Dollar. Der Bau des Damms würde nach Angaben der Befürworter des Projekts die jährlichen Überschwemmungen im Winter beenden. Allerdings wird dieser Effekt sogar von der Umweltstudie zum Staudammbau nicht bestätigt. Die Anwohner sind zudem der Ansicht, dass das Vorhaben vor allem wegen der petrochemischen Industrie und der Garnelenzucht umgesetzt werden solle. (bh)

Quelle: Adital