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Germanwatch fordert verschärfte Unternehmenshaftung

Germanwatch hat die EU aufgefordert, Unternehmen für die Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen ihrer Tochterfirmen und Zulieferer haftbar zu machen. Eine Studie habe klare rechtliche Lücken der Unternehmenshaftung im außereuropäischen Ausland aufgedeckt, erklärte die Entwicklungsorganisation am Dienstag in Berlin.

„Tochterfirmen und Zulieferer von ThyssenKrupp, Aldi und vielen anderen europäischen Unternehmen verursachen Umweltverschmutzungen sowie Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen im Ausland, ohne dass die in Europa ansässigen Konzerne zur Rechenschaft gezogen werden können“, heißt es in einer Pressemitteilung von Germanwatch. Die Studie "Unternehmensverantwortung - Vorschläge für EU-Reformen" zeige anhand von zwei Fallstudien zu ThyssenKrupp in Brasilien und der Lieferkette von Aldi in China die rechtlichen Lücken der Unternehmenshaftung für Auslandstätigkeiten auf.

Notwendig seien strengere Haftungsregeln, verbindliche Berichtspflichten sowie ein Zugang zu europäischen Gerichten für Geschädigte aus dem Ausland. Europaweit startete zu dem Thema die Kampagne "Rechte für Menschen - Regeln für Unternehmen" des zivilgesellschaftlichen Netzwerks European Coalition for Corporate Justice.

Quelle: kna/Germanwatch