Chile |

Gericht stoppt spanisches Kohlekraftwerk

Umweltschützer in Chile feiern eine erfolgreiche Klage gegen den Bau eines Mega-Kohlekraftwerkes im Norden des Landes. Ein Berufungsgericht in der Hauptstadt Santiago de Chile gab am Dienstag den Bau-Stopp des Kraftwerkbau-Projekts „Punta Alcalde“ rund 800 Kilometer nördlich von Santiago des spanischen Energieversorgers Endesa bekannt. Das Unternehmen habe mehrfach vorgebrachte Einwände lokaler Gemeinden in der Region Atacama nicht ausreichend berücksichtigt, so die Tageszeitung La Nación.

Mit zwei gegen eine Stimme stellen sich die Richter damit gegen die Entscheidung der zuständigen Ministerien der Regierung von Präsident Sebastian Piñera. Die Ministerien für Bergbau, Gesundheit, Energie, Wirtschaft, Landwirtschaft und das Untersekretariat für Umweltschutz hatten im Dezember letzten Jahres den Bau des umstrittenen 740-Megawatt-Kraftwerks genehmigt und sich über eine gerichtliche Entscheidung vom Juni 2012 hinweggesetzt.

Geklagt hatte neben Umweltorganisationen und Anwohnervereinigungen der Verband unabhängiger Arbeiter im traditionellen Fischereiwesen. Sie befürchten Umweltschäden in einem nahegelegenen Naturschutzgebiet und einem Nationalpark für Pinguine. Der Bürgermeister der Kleinstadt Huasco begrüßte den Baustopp des 1,4-Milliarden-US-Dollar-Vorhabens. “Nur wegen der Energiekrise des Landes darf die Gesundheit der Menschen nicht in Gefahr gebracht werden”, so der Politiker gegenüber Radio Universidad de Chile. Das geplante Kraftwerk an der Pazifikküste mit eigenem Kohleverlande-Hafen soll Strom für die energieintenvise Kupfer-Industrie des südamerikanischen Landes liefern.(bb)