Kolumbien |

Gericht spricht Opfern paramilitärischer Gewalt Land zu

Ein Gericht in Kolumbien hat nach Medienberichten erstmals einer Familie von Kleinbauern Land zugesprochen, von dem sie zuvor von illegalen paramilitärischen Banden vertrieben wurden. Im Departament Norte de Santander im Grenzgebiet zu Venezuela übergab die zuständige Behörde nach dem Gerichtsurteil anschließend in der Region "El Zulia" die betroffenen elf Hektar Land an eine Familie mit Kindern. Zuvor waren die Eigentümer Opfer der Gruppe "Los Urabenos" geworden. Die paramilitärische Einheit ist in zahlreiche schwere Menschenrechtsverletzungen verstrickt. Den „Urabenos“ werden Landvertreibungen im großen Stil, Folterungen, Mord, Erpressung, Vergewaltigung, Entführung, illegaler Bergbau und Drogenhandel vorgeworfen.

Die kolumbianische Regierung hatte zuvor noch einmal klargestellt, Opfern von Vertreibungen im Rahmen des Landrückgabe-Gesetzes ihr angestammtes Land wieder zugänglich zu machen, egal wer für die Vertreibungen verantwortlich sei. Insgesamt sollen bis 2014 rund 3,5 Millionen Hektar Land an Vertreibungsopfer zurückgegeben werden. Bislang wurden überwiegend Gebiete an ihre ursprünglichen Eigentümer zurückgegeben, die von der linksgerichteten Guerilla-Organisation FARC illegal in Besitz genommen wurden. Rechtsgerichtete Paramilitärs und linksgerichtete Guerillagruppen vertreiben immer wieder Menschen von ihrem Land, um die Flächen für den Drogenanbau und den illegalen Bergbau zu nutzen. Kolumbien gilt laut Angaben von Menschenrechtsorganisationen als das Land mit den weltweit meisten Binnenflüchtlingen. (tk)