Argentinien |

Gericht: Kirche kollaborierte in Militärdiktatur

Erstmals hat ein nationales Gericht Argentiniens der katholischen Kirche eine Komplizenschaft mit der Militärdiktatur (1976-1983) vorgeworfen. Wie die Tageszeitung "Pagina 12" (Onlineausgabe) berichtet, halten die Richter für erwiesen, dass die Kirchenleitung Hinweise auf eine Verfolgung oppositioneller Geistlicher systematisch ignoriert habe.

Konkret macht das Gericht in La Rioja die Vorwürfe laut dem Bericht am Fall der ermordeten Geistlichen Carlos de Dios Murias (Argentinien) und Gabriel Longueville en La Rioja (Frankreich) fest. Die beiden Pfarrer waren am 18. Juli 1976 aus einer Kirche in der Kleinstadt El Chamical in der Provinz La Rioja entführt worden. Ihre Leichen wurden später auf einem Feld gefunden. Die Augen waren verbunden, die Körper wiesen Schusswunden auf.

Heute steht an dem Fundort eine Kapelle. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden während der Militärdiktatur mindestens zehn Priester, zwei Seminaristen und fünf Kirchenmitarbeiter ermordet. Weiter gelten bis heute 10 Priester, 7 Seminaristen und 45 Kirchenmitarbeiter als vermisst. Insgesamt verschwanden in Argentinien rund 30.000 mutmaßliche Regimegegner.

Quelle: KNA